Medien : Politik, Medien, Farbenlehre

Strittige Personalie beim Deutschlandradio

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Foto: DradioFoto: Deutschlandradio

Der ZDF-Staatsvertrag steht wegen der Einflussnahme der Politik bei der Berufung des Mainzer Chefredakteurs noch auf dem Prüfstand, da wird bekannt, dass die Politik bei der Benennung des neuen Programmdirektors beim Deutschlandradio offenbar kräftig mitgemischt haben soll. Nach Medienberichten wollte Intendant Willi Steul eigentlich Christian Gramsch, derzeit Programmdirektor der Deutschen Welle in Berlin, für den Posten vorschlagen. Gramsch, zuvor unter anderem Chefredakteur Hörfunk des Hessischen Rundfunks, galt als hervorragender Kandidat für den Posten. Allerdings sprach offenbar die politische Farbenlehre gegen ihn. Intendant Steul gilt als CDU-nah. Bei der Auswahl des Programmdirektors sah sich daher wohl die SPD am Zug. Gramsch sei nicht mehrheitsfähig, wurde dem Intendanten signalisiert. Stattdessen ist die Rede von einer Liste, auf der die Namen von vier Kandidaten standen. Darunter auch der Name von Andreas-Peter Weber, der vergangene Woche vom Verwaltungsrat „einvernehmlich bestätigt“ wurde. Sein Dienstantritt ist am 1. September. Treibende Kraft hinter der personalpolitischen Einflussnahme soll laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ Martin Stadelmaier, Leiter der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz sein, die die Medienpolitik der Bundesländer koordiniert.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung des Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) lehnte eine Stellungnahme ab, da der Chef der Staatskanzlei im Urlaub sei. Dietmar Boettcher, Sprecher des Deutschlandradios, sagte dem Tagesspiegel: „Der Intendant hat das alleinige Vorschlagsrecht.“ Steul selbst, der sich ebenfalls im Urlaub befindet, habe Weber im Verwaltungsrat vorgeschlagen und Zustimmung erhalten. Von einer Liste mit vier möglichen Kandidaten sei nichts bekannt. „Personalentscheidungen finden bei uns, wie bei anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern, nicht im luftleeren Raum statt.“Andreas Maisch

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