Protest : Sexismus führt zur meisten Kritik an Werbung

2013 wurden elf öffentliche Rügen vom Deutschen Werberat ausgesprochen, es gab 1350 Beschwerden. In der großen Mehrheit ging es um das sexistische Bild von Frauen.

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Gewagte Werbung.
Gewagte Werbung.Foto: Promo

Das Online-Portal der „Neuen Nordhäuser Zeitung“ wollte Werbung für sich machen. Mit der in der „Kleinen Nordhäuser Zeitung“ geschalteten Anzeige „Kommt schneller als die Alte, ist besser gebaut und macht, was man ihr sagt“ ist das gelungen, Es gab heftige Beschwerden, der Deutsche Werberat griff ein, trotzdem wurde die Kampagne nicht zurückgezogen. Dafür kassierte man eine öffentliche Rüge des Werberats, was die schärfste Sanktionsform des Selbstkontrollorgans der Werbebranche ist.

Insgesamt wurden 2013 elf öffentliche Rügen ausgesprochen, eingegangen waren 1350 Beschwerden von Bürgern. In der ganz großen Mehrheit ging es um das sexistische Bild von Frauen in Anzeigen, Plakaten und Spots, teilte der Werberat in seiner Bilanz für 2013 mit. Geschäftsführerin Julia Busse sagte, der wachsende Protest gegen den Umgang mit Frauen in der Werbung gehe auf eine zunehmende Sensibilität für das Thema und die Gleichstellungsdebatte zurück. Und auch darauf, dass Frauen mit 906 Eingaben deutlich mehr protestierten als Männer (391).

Seit der Gründung des Werberats vor fast 42 Jahren seien nur 2001 mehr Beschwerden (knapp 2000) eingegangen. Ein Grund für den Anstieg sei die wachsende Zahl von Sammelbeschwerden von Interessensgruppen. Insgesamt seien 522 Motive von Bürgern beanstandet worden. Für etwa ein Drittel davon (182 Fälle) sei der Werberat nicht zuständig gewesen, dabei gehe es um rechtliche Fragen oder Wettbewerbsverstöße. Bei den restlichen beanstandeten 340 Anzeigen seien 249 Fälle unbegründet gewesen.

Bei 91 Motiven hat sich der Werberat der Kritik angeschlossen. 88 Prozent der Werbung hätten sich einsichtig gezeigt und ihre Werbung geändert. Neben Frauendiskriminierung führten Bürger vor allem Verstöße gegen ethische Mindestanforderungen und die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen an.

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