Prozesstermin abgesagt : Ex-Kika-Manager und MDR einigen sich

Monatelang lag der frühere Kika-Programmchef Steffen Kottkamp mit dem MDR im Streit über seinen Rauswurf. Ein Termin vor Gericht wurde mehrfach verschoben. Jetzt gibt es eine Einigung.

Der frühere Kika-Manager Steffen Kottkamp und der MDR haben sich außergerichtlich geeinigt.
Der frühere Kika-Manager Steffen Kottkamp und der MDR haben sich außergerichtlich geeinigt.Foto: dpa

Der fristlos gekündigte Kika-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) haben ihren Arbeitsrechtsstreit kurz vor Verhandlungsbeginn beigelegt. Das Erfurter Arbeitsgericht sagte den für diesen Mittwoch geplanten Prozesstermin ab, wie Gerichtssprecher Dirk Oppler am Dienstag mitteilte. Kottkamp und der MDR einigten sich nach Angaben des Senders außergerichtlich. Demnach endet das Arbeitsverhältnis des 45-Jährigen nun rückwirkend zum 31. Dezember 2013.

Der federführende MDR hatte Kottkamp im Zuge des Betrugsskandals beim ARD/ZDF-Kinderkanal (Kika) im März 2013 zunächst fristlos entlassen. Kottkamp war vorgeworfen worden, den bereits verurteilten früheren Herstellungsleiter angewiesen zu haben, seinem Referenten eine Zulage zu zahlen. Das Geld soll aus überhöhten Rechnungen stammen, die eine externe Firma an den Kika gestellt hatte. Derzeit läuft deshalb auch noch ein Ermittlungsverfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen Kottkamp. Dieser hatte die Vorwürfe stets bestritten und deshalb gegen seinen Rauswurf geklagt.

Die nun erzielte Einigung betreffe alle wechselseitig geltend gemachten Ansprüche, sagte MDR-Sprecher Walter Kehr. Zu näheren Details wollte er sich nicht äußern.

Im bislang größten Betrugsskandal im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war der spielsüchtige einstige Herstellungsleiter im August 2012 zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Über Scheinrechnungen hatte er seit 2002 mindestens 8,2 Millionen Euro an Gebührengeldern abgezweigt.

Kottkamps Vorgänger, der jetzige NDR-Programmdirektor Frank Beckmann, hatte im vergangenen Jahr eine Geldbuße von 30 000 Euro akzeptiert. Im Gegenzug stellte die Staatsanwaltschaft Erfurt das Verfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen Beckmann ein, der von 2000 bis 2008 auf dem Kika-Chefsessel saß.

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