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Pulitzer-Preis 2013 : New York Times und Nordkorea-Roman ausgezeichnet

16.04.2013 13:44 Uhr
Das Gebäude der New York Times in New York. Gleich vier Pulitzer in diesem Jahr an die Zeitung. Foto: dpaBild vergrößern
Das Gebäude der New York Times in New York. Gleich vier Pulitzer in diesem Jahr an die Zeitung. - Foto: dpa

Die New York Times hat gleich vier Pulitzer-Preise verliehen bekommen. Als literarisches Werk wurde ein politischer Nordkorea-Roman von US-Schriftsteller Johnson ausgezeichnet. Für Kritiker ist er ein kühner und zugleich aktueller Roman.

Vier der renommierten Pulitzer-Preise wurden der Zeitung "New York Times" am Montag für ihre investigative, erklärende und internationale Berichterstattung sowie für Feature zugesprochen, darunter für einen Bericht über das geheimgehaltene Milliarden-Vermögen von Angehörigen des früheren chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao. Peking reagierte wenig erfreut.

Der Artikel des „NYT"-Bürochefs von Shanghai, David Barboza, wurde in der Kategorie internationale Berichterstattung ausgezeichnet.

Barboza habe auf „eindrucksvolle Weise“ die Korruption innerhalb Chinas politischer Führung offengelegt, befand die Pulitzer-Jury.
Der im Oktober veröffentlichte Bericht hatte in Peking für große Verärgerung gesorgt: Die Behörden sprachen von einer Verleumdungskampagne von Kräften, die den wirtschaftlichen und politischen Aufstieg Chinas ablehnten. Die Online-Ausgaben der Zeitung auf Chinesisch und Englisch wurden bis heute gesperrt.
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, reagierte am Dienstag nur knapp auf die Auszeichnung von Barbozas Geschichte. „Unsere Haltung zu dem Thema ist sehr klar. Wir denken, dass andere, verdeckte Motive hinter dem Bericht stecken“, sagte er. Barboza selbst sagte zu der Auszeichnung, er fühle sich sehr geehrt.
Einen weiteren Preis erhielt die „Denver Post“ für ihre Berichterstattung über den Amoklauf in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado im vergangenen Jahr.

Der Autor von „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, Alan Johnson. Foto: ReutersBild vergrößern
Der Autor von „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, Alan Johnson. - Foto: Reuters

In der Kategorie „Fiktion“ wurde der Schriftsteller Adam Johnson für seinen Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ ausgezeichnet. Der Roman befasst sich mit der Situation im totalitären Nordkorea. Im vergangenen Jahr waren Romane und Sachbücher nicht zum Zug gekommen. Der Roman, der in Deutschland im März im Suhrkamp Verlag erschienen war, erzählt die Geschichte eines Kindes, das in einem Waisenhaus in dem kommunistischen Land aufwächst. Die fast 700 Seiten dicke Mischung aus Spionage- und Liebesroman wurde von Literaturkritikern gefeiert. Für die „New York Times“ ist Johnsons Werk ein „kühner und bemerkenswerter“ Roman.
Über Politik, Militär und Wirtschaft Nordkoreas sei schon viel geschrieben worden, ihn habe immer auch der menschliche Aspekt dabei interessiert, sagte Johnson in einem von Suhrkamp veröffentlichten Interview mit dem deutschen Lektor. Seine Recherchen begannen demnach mit Interviews von Menschen, die der nordkoreanischen Diktatur entkommen konnten. Später erhielt Johnson die seltene Erlaubnis, das Land selbst zu bereisen - unter strengster Aufsicht.
Das Werk des 1967 im US-Bundesstaat South Dakota geborenen und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Schriftstellers Johnson setzte sich den Veranstaltern zufolge gegen Nathan Englanders Kurzgeschichten-Sammlung „What We Talk About When We Talk About Anne Frank“ und Eowyn Iveys Roman „The Snow Child“ durch.
Die in diesem Jahr zum 97. Mal vergebenen Pulitzer-Preise gelten als wichtigste Medien- und Kulturauszeichnungen der USA. Sie sind mit jeweils 10 000 Dollar (rund 7600 Euro) dotiert und werden am 30. Mai in der Columbia-Universität offiziell übergeben.

Ein weiterer Preis ging an einen freien Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP für ein Foto von syrischen Rebellen. Die Aufnahme von Javier Manzano sei „außergewöhnlich“, erklärte die Vergabejury. Die Aufnahme zeigt zwei syrische Rebellen, die sich mit Waffen in der Hand in einem Versteck aufhalten, in das nur wenig Licht durch Einschusslöcher fällt. Manzano hatte das Bild im Oktober 2012 in der syrischen Stadt Aleppo aufgenommen.
Die in diesem Jahr zum 97. Mal vergebenen Pulitzer-Preise gelten als wichtigste Medien- und Kulturauszeichnungen der USA. Sie sind mit jeweils 10 000 Dollar (rund 7600 Euro) dotiert und werden am 30. Mai in der Columbia-Universität offiziell übergeben.

(DPA/AFP)


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