RASSISMUSVORWÜRFE BEI „WETTEN, DASS..?“ : Blackfacing-Debatte nach Jim-Knopf-Wette

Vielleicht hätte sich das ZDF lieber für Urmel aus dem Eis entscheiden sollen, dann wären dem Sender die Rassismusvorwürfe wohl erspart geblieben.

Mindestens 25 Paare sollten bei der „Wetten, dass..?“-Saalwette am Samstagabend aus Augsburg als Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer auf die Bühne kommen. „Schwarz geschminkt“, mit „Schuhcreme oder Kohle“, lautete die Vorgabe für die Jim-Knopf-Darsteller – woraufhin im Netz ein Shitstorm ausbrach. Das ZDF rufe zum Blackfacing auf, kritisierten Twitter-Nutzer.

Blackfacing ist ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert, der die rassistische Tradition beschreibt, dass weiße Schauspieler ihr Gesicht schwarz anmalten, um schwarze Menschen zu veralbern und stereotypisiert darzustellen.

„Die Saalwette ist ein klarer Fall von Blackfacing, das ZDF hat rassistische Vorstellungen bedient“, wirft Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland dem öffentlich-rechtlichen Sender vor. Schwarze Menschen würden damit karikiert. Es sei falsch, dies mit der „Augsburger Puppenkiste“rechtfertigen zu wollen, in der die Figur des Jim Knopf „ohnehin problematisch“ sei. „Wer hier abstrahiert und abwiegelt, handelt falsch“, sagt Della: „Denn entscheidend ist, wie die Betroffenen auf so eine Aktion reagieren.“ Die Initiative fordert eine Entschuldigung vom ZDF.

Doch dazu sieht der Sender keinen Anlass. „Der Aufruf an die Augsburger, sich als ihre Stadtmaskottchen zu verkleiden“ sei , „keineswegs“ mit dem „Blackfacing in Verbindung zu bringen“, wies eine Sprecherin die Kritik zurück.

Mehr als 100 Paare waren am Ende verkleidet auf die Bühne gekommen, darunter auch der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl mit seiner Frau. Moderator Markus Lanz und Ko-Moderatorin Michelle Hunziker freuten sich über die große Beteiligung. sal

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