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Riva Verlag und Urheberrecht : Klaust du noch oder ruderst du schon zurück?

03.09.2012 18:25 Uhrvon
Der Riva Verlag reagierte, zumindest auf seiner Facebook-Präsenz, auf die Vorwürfe.Bild vergrößern
Der Riva Verlag reagierte, zumindest auf seiner Facebook-Präsenz, auf die Vorwürfe. - Foto: Screenshot der Riva Facebookseite

UpdateSchnelle Reaktion beim Riva Verlag: Nach massiver Kritik und dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung zieht der Münchner Verlag jetzt erste Konsequenzen.

Krossmediale Vermarktung ist das Zauberwort, das seit einigen Jahren durch die Verlage geistert. Konvergenzen nutzen - um im neudeutschen Marketingsprech zu bleiben. Der in München ansässige Riva Verlag hat sich diese Konzepte zu eigen machen wollen.

Freunde des gedruckten Wortes und Mitglieder der vielfach zitierten Netzgemeinde sollten wieder enger zusammengebracht werden. Das Buch trägt den Titel "Nachts um 3 Uhr klingelte der Nachbar. Mir ist vor Schreck fast die Bohrmaschine aus der Hand gefallen", und es speist sich aus Inhalten, die Rolf Hohenhaus auf seiner eigenen Facebookseite publiziert.

Ab September soll dieses Werk in den Verkaufsstellen der jeweiligen Wahl stehen - je nach Gusto im elektronischen Warenkorb oder im Bücherregal des Vertrauens.

Nun werden Zweifel an der Originalität der Beiträge von Rolf Hohenhaus laut. Die Ankündigung des Buches stieß am Wochenende in den Sozialen Netzwerken auf wenig positive Resonanz. Besonders im Nachrichtendienst Twitter wachsen die eindeutigen Treffer für den Suchbegriff "Riva Verlag" seitdem stündlich weiter an. Der klare Vorwurf der User: Plagiat! Viele der von Hohenhaus veröffentlichten Sprüche seien bereits vorab von anderen Personen im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht worden.

Im Laufe des heutigen Nachmittags hat der Riva Verlag auf seiner offiziellen Facebook-Präsenz zu den Vorwürfen Stellung genommen. Rolf Hohenhaus hätte den Verlagsverantwortlichen "vertraglich zugesichert, dass die Inhalte keine Urheber- oder Persönlichkeitsrechte Dritter verletzten", ist dort zu lesen. "Wir bitten alle Twitterer, die einen selbst erfundenen Spruch von sich auf dieser Facebook-Seite entdecken, uns dies mitzuteilen", so heißt es weiter in dem besagten Beitrag.

Ein Aufruf, den die Community mit geteilten Meinungen aufnimmt. Urheber aufzufordern, ihre Urheberschaft nachzuweisen, ist ein interessantes Geschäftsmodell. Während einige bereits der Aufforderung nachkamen und betreffende Tweets unter dem Beitrag verlinkten, vermehrt sich der Protest. Über 150 Kommentare sind seit seiner Veröffentlichung vor einigen Stunden bereits auf der Facebook-Seite eingegangen. Viele drohen mit Anwälten und äußern Ihren Unmut öffentlich.

Nachdem man in München zuerst zu keiner Aussage bereit war, äußert sich nun Julia Loschelder, die stellvertretende Pressesprecherin der Verlagsgruppe, zu dem der Riva Verlag gehört, zu Wort. Bis vor einigen Stunden sei das gesamte Ausmaß der Vorwürfe nicht bekannt gewesen. "Der ursprüngliche Vorwurf galt lediglich dem Titel des Buches, eine Urheberrechtsfrage, die wir bereits im Vorfelde klären konnten."

Wie bei einem Schneeballsystem seien die Vorwürfe aber immer gravierender geworden. "Bis die Anschuldigungen der Urheberrechtsverletzung vollständig geklärt sind, werden wir das Buch nicht ausliefern", erläuterte Frau Loschelder die weitere Vorgehensweise. Der Riva Verlag verzichte "erst einmal" darauf, das Buch in den Handel zu bringen, bis der Autor selbst die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entkräften könne. "Grundsätzlich vertrauen wir unseren Autoren. Wir als Verlag leben selbst vom Schutz des geistigen Eigentums. Deshalb möchten wir alles tun, um etwaige Rechtsverletzungen zu unterbinden. Leider ist es durch die Dynamik der sozialen Netzwerke häufig schwierig, die Urheber von verbreiteten Sprüchen herauszufinden", erklärt der Verlag. Ob dies die Gemüter der Betroffenen beruhigen kann, ist jedoch fraglich.

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