RTL 2 : Serien-Albtraum

Unsterblich – Die neue Staffel der TV-Serie „Torchwood“ spielt mit einem Menschheitstraum.

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Das Team von "Torchwood".
Das Team von "Torchwood".Foto: RTL2

Oswald Danes hat nur noch wenige Minuten zu leben. Er liegt festgezurrt auf einer Liege in einer Todeszelle. Die Kolben der Giftspritze bewegen sich langsam nach unten, eine grüne Flüssigkeit wird ihm in die Venen gepumpt. Doch statt zu sterben, beginnt sein Körper zu zucken, die Beamten ziehen schnell die Vorhänge zu. Oswald Danes, der verurteilte Mörder und Pädophile, wird an diesem Tag nicht sterben. Niemand auf der Welt wird dies, genau davon handelt die neue Staffel der TV-Serie „Torchwood: Miracle Day“. Bei Unfällen werden zwar weiterhin Menschen schwer verletzt, so wie CIA-Agent Rex Matheson, der bei einem Verkehrsunfall von einer langen Eisenstange durchbohrt wird. Doch wie durch ein Wunder überlebt er, so wie alle anderen tödlich Verletzten.

Schon in den ersten drei Staffeln konnte der Privatsender RTL 2 mit „Torchwood“ zufrieden sein. Der Marktanteil lag mit 7,9 Prozent über dem Senderschnitt. Mit der vierten Staffel, deren zehn Teile der Münchner Sender am Freitagabend sowie den beiden folgenden Tagen quasi an einem Stück zeigt, legt die Serie nun noch einmal an Tempo zu. Bisher spielte die BBC-Produktion in England und Wales. In der vierten Staffel kooperiert die BBC mit dem US-Kabelsender Starz. Das bringt der Serie einerseits einige neue Darsteller ein wie eben Bill Pullman („Independent Day“), der den zum Tode verurteilten Kindermörder verkörpert, und Mekhi Phifer („Emergency Room“) als unbesiegbaren CIA-Agenten Matheson. Zum anderen wird der Handlungsraum nun auf Schauplätze in den USA und auch darüber hinaus erweitert.

Trotz aller Neuerungen bleibt bei der Serie, bei der es sich um eine Abspaltung der Kultserie „Doctor Who“ handelt, die Kontinuität erhalten. Zum Hintergrund: Das Torchwood-Institut wurde 1879 vom englischen Königshaus gegründet, um sich mit den Phänomenen des Ungewöhnlichen, Seltsamen und des Außerirdischen zu befassen. Nach drei Staffeln musste die geheime Einrichtung geschlossen werden, nur Agentin Gwen Cooper (Eve Myles) blieb übrig, die nun von Jack Harkness (John Barrowman) beschützt wird. Der trägt zwar die Uniform der Royal Air Force aus dem Zweiten Weltkrieg, ansonsten erinnert er aber mehr an Captain America. Das gilt insbesondere für seine übermenschlichen Fähigkeiten, denn Harkness ist nicht von dieser Welt.

Doch welche Verschwörung steckt hinter der Unsterblichkeit, deren Schattenseiten schnell sichtbar werden? Selbst die CIA ist unterwandert, actiongeladene Verfolgungsjagden folgen auf dramatische Verschleppungsaktionen und emotionale Familientrennungen. Nach dem „Miracle Day“ wirkt der ohnehin hypothetische Wunsch nach Unsterblichkeit längst nicht mehr so verlockend. Kurt Sagatz

„Torchwood: Miracle Day“, RTL 2, Freitag, Samstag, Sonntag 20 Uhr 15

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