• Situation von Flüchtlingen: DJV: Journalisten sollen in Flüchtlingsheimen recherchieren dürfen

Situation von Flüchtlingen : DJV: Journalisten sollen in Flüchtlingsheimen recherchieren dürfen

Die Berichterstattung der Medien dürfe nicht auf Ereignisse außerhalb der Unterkünfte beschränkt werden, wie zuletzt etwa in Heidenau.

Flüchtlinge vor dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Heidenau
Flüchtlinge vor dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt in HeidenauFoto: dpa

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften aufgefordert, Journalisten Zutritt zu den Heimen zu gewähren. „Journalistische Arbeit in Flüchtlingsunterkünften darf nicht zum Tabu gemacht werden“, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Dienstag in Berlin. Laut einer Umfrage des Verbands gebe es in mehreren Bundesländern Probleme für Journalisten, die Unterkünfte betreten und dort recherchieren wollten.

Nach Angaben von DJV-Sprecher Hendrik Zörner handelte es sich dabei vor allem um Rheinland-Pfalz und Sachsen. Auch der Landesverband Hamburg habe vereinzelte Schwierigkeiten gemeldet, sagte Zörner dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Umfrage sei noch nicht abgeschlossen, da aus einigen Bundesländern noch die Ergebnisse ausstünden.

Konken erklärte, die Öffentlichkeit wolle wissen, wie die Flüchtlinge untergebracht seien, wie sie lebten und welche Erfahrungen sie machten. Das sei nur möglich, wenn Journalisten mit den Menschen sprechen und diese in ihrem Heimalltag beobachten könnten. „Die Berichterstattung der Medien darf nicht auf Ereignisse außerhalb der Unterkünfte beschränkt werden, wie zuletzt etwa in Heidenau“, sagte er mit Blick auf die sächsische Stadt, in der es am Wochenende massive Ausschreitungen Rechtsextremer vor einem Flüchtlingsheim gab.

„Es geht nicht darum, die Menschen mit Mikrofon und Kamera zu bedrängen"

Der DJV-Vorsitzende betonte, dass Journalisten die Privatsphäre der Flüchtlinge zu achten hätten: „Es geht nicht darum, die Menschen mit Mikrofon und Kamera zu bedrängen, sondern mit ihnen zu sprechen, wenn sie dazu bereit sind.“ Länder und Kommunen als Betreiber der Einrichtungen seien in der Pflicht, Berichterstattung zu ermöglichen, statt diese zu verhindern, sagte Konken.

Indessen teilte RTL mit, dass das Programm des Kölner Privatsenders am kommenden Montag, 31. August, ganz im Zeichen der angespannten Flüchtlingssituation steht. Die News- und Magazinsendungen informieren von frühmorgens bis nach Mitternacht und beleuchten das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Im Mittelpunkt steht dabei eine Schwerpunktausgabe der Hauptnachrichten „RTL Aktuell“. Chefmoderator Peter Kloeppel moderiert die Sendung als Anchor on Location live aus einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge.  Am späteren Abend bietet das Magazin „EXTRA“ eine Spezialausgabe an. Auch der Nachrichtensender n-tv widmet dem Flüchtlingsthema einen Schwerpunkt über den ganzen Tag. Zudem informieren auch RTL 2 und Vox, beides Sender der Mediengruppe RTL Deutschland, in ihren Nachrichtensendungen, so ein RTL-Sprecher am Dienstag. epd/Tsp

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