Medien : Skuppin putzt bei Radio Eins durch

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Aufräumen ist eine Sache, die man eigentlich möglichst schnell erledigen will. Robert Skuppin nimmt sich jedoch ein ganzes Jahr Zeit, um Radio Eins zu entstauben. Vor knapp 100 Tagen hat er das Amt des Programmchefs übernommen, seither habe er „alles auf den Prüfstand gestellt“, sagte Skuppin am Montag. Sein Ziel: Radio Eins zu modernisieren. Erste Ergebnisse sind vom heutigen Dienstag an zu hören.

Künftig gibt es nicht mehr „Radio Eins am Vormittag“ oder „Der Tag“, sondern die Sendungen werden – mit Ausnahme von „Der schöne Morgen“ – nach den Moderatoren benannt. „Radio Eins mit Silke Super“ heißt es beispielsweise ab dem 4. Oktober zwischen 10 Uhr und 13 Uhr, wenn die frühere MotorFM-Moderatorin am Mikrofon sitzt. Auch Rubriken wie „Das Geräusch der Woche“ und die „Popsplits“ hat Skuppin gestrichen, ebenso fliegt die Sendung „Show Royal“ aus dem Programm. Dafür ist ein neues Satireformat mit Klaas Heufer-Umlauf und Jan Böhmermann geplant, Oliver Kalkofe übt Medienkritik, Sterneköche geben freitags kulinarische Tipps.

„Radio Eins war lange Innovationsmotor, aber in den letzten Jahren ist wenig passiert“, sagte Skuppin. Der Erfolg habe womöglich vorsichtig gemacht. „Wir wollen aber jetzt nicht alles mit einem Schlag radikal umbauen, sondern nicht mehr Zeitgemäßes schrittweise durch Neues ersetzen“, sagte Skuppin. Rund 35 000 Hörer hatte der Sender, der zum öffentlich-rechtlichen RBB gehört, bei der Media Analyse 1/2011 verloren, gewann aber bis zur Mitte Juli veröffentlichten Media Analyse II/2011 fast ebenso viele wieder dazu und kam auf 111 000 Hörer pro Durchschnittstunde in der Region Berlin-Brandenburg. Dieser Erfolg sei noch seinem Vorgänger Florian Barckhausen zu verdanken, sagte Skuppin. Mit der neuen Programmstruktur hofft er das Radio-Eins-Stammpublikum halten und Gelegenheitshörer dauerhaft an den Sender binden zu können. Ob das klappt, zeigt die nächste Media Analyse Anfang 2012. Bis dahin bleibt Skuppin noch Zeit für einen Frühjahrsputz. Sonja Pohlmann

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