Medien : Sommer-Krimi in der Regenzeit

Devid Striesow debütiert als „Tatort“-Kommissar.

Matthias J. Berntsen
Foto: dapd
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Der Bereich hinter der Notaufnahme der Saarbrücker Winterbergklinik ist für Patienten, Besucher und auch für die Mediziner gesperrt. Grelle Scheinwerfer, Dutzende Kabelstränge und konzentrierte Aufnahmehelfer prägen im Institut für Strahlentherapie das Bild. Hier dreht Produktionsleiter Andreas Thürnagel für den Saarländischen Rundfunk mit einem mehr als 60 Personen umfassenden Team zwei neue „Tatort“-Folgen.

Während in den umliegenden Klinikkorridoren ein paar Reinigungskräfte leise und vorsichtig ihre Putzwagen schieben, herrscht im Empfangsbereich der Klinikabteilungen Nuklearmedizin und Sonografie gespannte Stille. Plötzlich stürmt der Schauspieler Hartmut Volle in die Szenerie.

„Guten Tag – Horst Jordan von der Kripo Saarbrücken! Darf ich mal die Videoaufzeichnungen der Intensivstation anschauen?“, stellt er sich in wenigen Worten dem Portier vor. Volle gehört als Chef der Spurensicherung bereits seit 2006 zum „Tatort“-Team des Saarländischen Rundfunks. Neu ist jedoch das Ermittlerduo. Nach der überraschenden Trennung des SR von Maximilian Brückner und Gregor Weber im letzten November debütieren derzeit Devid Striesow und Elisabeth Brück. Und das in zwei Produktionen mit den Arbeitstiteln „Melinda“ und „Ende der Straße“, die Anfang des kommenden Jahres ausgestrahlt werden sollen.

Striesow spielt Hauptkommissar Jens Stellbrink, der von der Bundespolizei aus Norddeutschland zur Kripo nach Saarbrücken wechselt. „Die Figur des Vespa-Fahrers Jens Stellbrink hat einen ausgefallenen Modegeschmack und ist sehr norddeutsch angelegt, was mir sehr entgegenkommt“, sagt der auf der Insel Rügen geborene Striesow. Stellbrinks neue Kollegin, Hauptkommissarin Lisa Marx, eine starke Frau mit einer Vorliebe für Lederjacken, wird von Elisabeth Brück gespielt.

Ab der kommenden Woche sollen die Außenaufnahmen gedreht werden, unter anderem in einem Saarbrücker Freizeitpark, auf dem Gelände einer alten Porzellanhandlung und auf einer Landstraße. „Dann schicken wir sogar einen echten saarländischen Motorradklub mit 35 Rädern auf die Straße, das wird ein Spaß“, verrät Andreas Thürnagel.

Sorgen bereitet ihm das Sommerwetter. „Wir haben zwei Sommer-Drehbücher. Der Regen hat schon für stundenlange Verzögerungen gesorgt, obwohl wir mit künstlichem Licht die fehlende Sonne ausgleichen.“ Thürnagel hofft, dass das Wetter stabiler und vor allem trockener wird. „Wenn es regnet, dann regnet es, ohne dass wir mit unserer Aufnahmetechnik etwas dagegen machen können.“ Matthias J. Berntsen, dpa

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