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Sonnenklar TV beendet Zusammenarbeit : Die Geissens verlieren Werbevertrag wegen "Slum-Tourismus"

Nach Fotoaufnahmen in einem Slum in Kolumbien verlieren die Geissens einen großen Werbevertrag. Die Bilder seien beschämend, menschenunwürdig und peinlich, die Familie habe "den Bezug zur Realität" verloren. Am Donnerstag entschuldigte sich Carmen Geiss.

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Selfie mit Slum-Bewohner: Carmen Geiss posiert im Armenviertel von Cartagena.
Selfie mit Slum-Bewohner: Carmen Geiss posiert im Armenviertel von Cartagena.Foto: Facebook/Carmen Geiss

Die Geissens inszenieren gerne ihren ausschweifenden Lebensstil. RTL 2 hat daraus sogar eine wöchentliche Sendung gemacht, auch auf Facebook zeigen die Promi-Millionäre Carmen und Robert Geiss, wie sie mit ihren beiden Töchtern Davina Shakira und Shania Tyra um die Welt reisen und in Luxus schwelgen. Doch nun hat es die "schrecklich glamouröse Familie" (RTL 2) offenbar übertrieben - und einen wichtigen Werbevertrag verloren.

"Heute ging es mal in die Slums"

Bei ihrem Aufenthalt in Kolumbien im Januar hatten die Geissens auch die Stadt Cartagena an der Karibikküste besucht, auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch im Armenviertel. "Heute ging es mal in die Slums", teilte Carmen Geiss auf Facebook mit - als ob es sich dabei um Sightseeing handeln würde.

Komplett in Rosa gekleidet, mit Sonnenbrille und schicker Tasche ließ sie sich zusammen mit einem Bewohner des Armenviertels ablichten, der ein löchriges T-Shirt und abgewetzte Jeans trägt. "Aber modisch ist er", schreibt Geiss zu dem Foto, dazu ein Smiley. Auf einem anderen Foto ist ihre Tochter Shania zu sehen, die ein Baby im Arm hält. "Ist das nicht süß, die Menschen sind so nett, dass sie dem Neugeborenen Shanias Namen gegeben haben", schwärmt Geiss.

"Hier sieht es aus wie auf den Malediven!! Traumhaft!!"

Und weiter: "Hier sieht es aus wie auf den Malediven!! Traumhaft!!!". Dazu veröffentlicht sie Bilder, die heruntergekommene Holzhütten zeigen oder ihre Yacht, die zwischen ärmlichen Fischerbooten anlegt.

Ausflug in die Slums: Carmen Geiss wird für ihre Inszenierung im Slum in Cartagena (Kolumbien) kritisiert. Werbepartner Sonnenklar TV kündigte den Vertrag mit der Familie.
Ausflug in die Slums: Carmen Geiss wird für ihre Inszenierung im Slum in Cartagena (Kolumbien) kritisiert. Werbepartner Sonnenklar...Foto: Facebook/Carmen Geiss

Viele Facebook-Nutzer reagierten entsetzt: "Geschmacklos", "überheblich", "beschämend" lautete die zahlreichen Kommentare zu den Bildern. Auch für den Werbepartner Sonnenklar TV ist das Verhalten der Geissens nicht tragbar. "Wir haben die Zusammenarbeit komplett und umgehend beendet", teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. "Die Geissens haben in den Slums gezeigt, dass sie den Bezug zur Realität verloren haben. Ihr Verhalten passt nicht mehr zu uns als Werbesender." Alle TV-Spots würden vom Sender genommen, der geplante Auftritt der Geissens beim Firmenjubiläum abgesagt.

"Neid und Eifersucht sind Krankheiten"

Nach Angaben von Sonnenklar-TV-Geschäftsführer Andreas Lambeck wäre die Zusammenarbeit zwar sowieso in diesem Winter ausgelaufen, doch das Unternehmen habe über eine Verlängerung reden wollen. Das hat sich nun erledigt - auch, weil die Geissens offensichtlich nicht einsehen wollen, wie unpassend ihr "Slum-Tourismus" wirkt.

"Wir haben Familie Geiss seit den Vorfällen mehrfach schriftlich gebeten ihr verheerendes Verhalten zu korrigieren. Wir haben sogar vorgeschlagen gemeinsam für soziale Zwecke in Kolumbien zu spenden", sagt Geschäftsführer Lambeck. Familie Geiss habe diese Bitte und den Vorschlag abgelehnt. Aus Sicht des Senders habe es keine andere Wahl gegeben, als die Zusammenarbeit umgehend einzustellen.

Auf Facebook hatte Carmen Geiss die Kritik an ihrem "Ausflug ins Armenviertel" zunächst gekontert mit dem dem Satz: „Neid und Eifersucht sind Krankheiten - Ich wünsch' euch gute Besserung.“ Das Management der Familie war am Mittwochabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Am Donnerstag entschuldigte sich Carmen Geiss auf Facebook für die Aufnahmen: "Liebe Facebook Freunde, 
Zurück in der Zivilisation und mit vollem Internetzugang habe ich gemerkt, was für ein Spektakel mein Post aus dem Arbeiterviertel (Slums) in Cartagena ausgelöst hat.Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die mein Post getroffen hat. Gleichzeitig möchte ich unseren Fans für ihre Treue und Loyalität danke. Wir lieben Euch!"
RTL 2 äußerte sich auf Anfrage nicht dazu, wie der Sender den Ausflug bewertet und ob die Szenen vom "Slum-Sightseeing" in der Doku-Soap
ausgestrahlt werden sollen. Die Geissens sind inzwischen nach Panama weitergereist.

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