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Stellenabbau bei Springer? : „Bild“ droht massives Sparprogramm

13.05.2013 11:54 Uhrvon
Die "Bild"-Zeitung ist das Flagschiff des Springer-Verlags.Bild vergrößern
Die "Bild"-Zeitung ist das Flagschiff des Springer-Verlags.

Die Boulevardzeitung gilt eigentlich als die Cash-Cow des Unternehmens. Doch offensichtlich steht sie unter Druck. Angeblich sollen 20 Millionen Euro und 200 Stellen eingespart werden. Bekannt wird dies nun kurz vor der Rückkehr von Chefredakteur Kai Diekmann nach Berlin.

Noch Anfang März hatte Mathias Döpfner bei der Bilanzpressekonferenz des Axel Springer Konzerns versichert, dass es 2013 kein Stellenabbauprogramm geben werde. Doch nun hat der „Spiegel“ Pläne des Unternehmens kolportiert, die mit der Aussage des Vorstandsvorsitzenden nicht übereinstimmen. So will Springer angeblich massiv bei der „Bild-Zeitung sparen. „Bis zu 20 Millionen Euro und bis zu 200 Jobs“, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe.

Diskutiert werde beispielsweise, die Redaktion von „Bild Berlin-Brandenburg“ mit der Redaktion der „B. Z.“ zusammenzuführen. Mit solchen Redaktionsgemeinschaften hat Springer schon bei der Produktion von „Welt“, „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ Erfahrung gesammelt.

Wer sich bei Springer umhört, erfährt, dass die „B.Z.“ wohl schon bald auf das Redaktionssystem der „Bild“ umsteigen soll. Bei der IVW wird die Auflage der „Bild“ für Deutschland seit 2013 mit der „B.Z.“ zusammen ausgewiesen. Zumindest hier hat die Verschmelzung schon stattgefunden.

Dazu sollen die Redakteure von „Bild“, „B. Z.“ und Bild.de laut „Spiegel“ in eine gemeinsame Gesellschaft überführt werden: in die Bild Digital GmbH, die nicht dem Tarifvertrag unterliegt. Auch dies hat es bei Springer so ähnlich schon gegeben. Bei der „Computer Bild“ mussten die Print-Redakteure von der tarifgebundenen Axel Springer AG in die tariflose Computer Bild Digital GmbH wechseln, was großen Unmut in der Belegschaft hervorrief. 50 Millionen Euro soll Springer bereits für Strukturanpassungen zurückstellt haben, berichtet der „Spiegel“. Dies könnte auf bevorstehende Kosten für einen Personalabbau hindeuten.

Erst am Dienstag hatte Springer seine Zahlen für das erste Quartal 2013 bekannt gegeben. „Der Jahresauftakt im Printgeschäft war nicht einfach“, sagte Döpfner. Doch die die rückläufigen Erlöse im Zeitungs- und Magazingeschäft konnten durch ein Umsatzplus bei den digitalen Medien ausgeglichen werden. Um 1,8 Prozent war der Gesamtumsatz auf 803,6 Millionen Euro gestiegen. 2013 bleibe „das Jahr der Transformation und der Investitionen für Axel Springer“, sagte Döpfner.

Und von diesen Transformationen ist nun offensichtlich die „Bild“ betroffen. Die Zeitung gilt eigentlich als Cashcow des Konzerns. Zwar weist Springer die Zahlen für einzelne Titel nicht aus, doch soll die Boulevardzeitung laut „Spiegel“ im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Euro zum Konzerngewinn beigetragen haben, die Umsatzrendite habe bei mehr als 30 Prozent gelegen. Allerdings: Die Auflagen von „Bild“ und auch „B. Z.“ sinken, im ersten Quartal um acht Prozent.

Springer treibt das Digitalgeschäft massiv voran. Für Welt Online wurde ein Bezahlmodell eingeführt, eines für Bild.de folgt. Ab der Fußball-Bundesligasaison 2013/14 bietet Springer die Höhepunkte der jeweiligen Spieltage digital an. 20 Millionen Euro sollen die Übertragungsrechte gekostet haben – so viel, wie nun angeblich gespart werden soll.

Springer-Sprecher Tobias Fröhlich weist die vom „Spiegel“ veröffentlichten Zahlen zu Sparplänen und Personalabbau als „nicht korrekt und ohnehin viel zu hoch“ zurück. Allerdings sagt er auch: „Ob und in welchem Umfang in diesem Zuge Stellen abgebaut und in welchen Bereichen wiederum aufgebaut werden, wird derzeit in verschiedenen Szenarien diskutiert. Das Vorstandsgremium hat sich hiermit noch nicht befasst. Entscheidungen gibt es hierzu keine.“ Der Deutsche Journalisten-Verband ist alarmiert: „Die Springer-Pläne können wir überhaupt nicht verstehen. Es gibt überhaupt keinen Grund, solch ein Sparprogramm zu installieren. Das stößt bei uns auf völliges Unverständnis“, sagte Sprecher Hendrik Zörner.

Am 3. Juni kehrt Kai Diekmann aus dem Silicon Valley auf seinen Platz als „Bild“-Chefredakteur nach Berlin zurück. Es könnte sein, dass die Umsetzung der Sparpläne zu seinen ersten Aufgaben gehört.

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