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Störung beim G20-Talk : Anne Will: "Wir vermuten erst mal nichts Böses"

Nach mehreren Krawallnächten ist G20 am Sonntag natürlich Thema bei Anne Will - doch dann kommt eine minutenlange Störung dazwischen. Die Erklärung des NDR dafür klingt technisch ziemlich knifflig.

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Welch Ironie: Es soll um Krawalle gehen, schon ist die Sendung unterbrochen.
Welch Ironie: Es soll um Krawalle gehen, schon ist die Sendung unterbrochen.Foto: Ingo Salmen

Das ist wieder ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker und 140-Zeichen-Komiker. Anne Will diskutiert am Sonntagabend mit ihren Gästen über den G20-Gipfel und die Krawalle in Hamburg. Zu Beginn muss sich der Erste Bürgermeister der Hansestadt, Olaf Scholz (SPD), für den Polizeieinsatz rechtfertigen. Um 22 Uhr wendet sich die Moderatorin dem Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) zu und fragt nach der Veranwortung von Angela Merkel - und prompt ist das Bild weg. Ein Fehler am Fernseher? Nein, das ARD-Logo ist auf schwarzem Grund noch zu sehen. Auch der Livestream im Netz ist unterbrochen. Dann blendet der Sender eine Grafik ein: "Bitte entschuldigen Sie die Störung. Es geht gleich weiter." Es dudelt.

Gleich ist in diesem Zusammenhang relativ. Rund zehn Minuten, im Fernsehen und im Internet also eine Ewigkeit, hält die Störung an. Dann geht es plötzlich mitten in der Diskussion weiter. Noch ein Halbsatz von Scholz, schon ist wieder Altmaier an der Reihe. Er redet aber nicht über die Kanzlerin, sondern "den gewaltbereiten Kern, genannt 'schwarzer Block'", womit offenkundig nicht die CDU gemeint ist. Bis Will ihn unterbricht. Es habe ein Problem gegeben, die Sendung sei trotzdem weitergelaufen. "Wir haben alles aufgezeichnet." Es gebe bald alles auf der Website. Und weil sie ihre Pappenheimer kennt: "Wir vermuten erst mal nichts Böses."

Das tun natürlich schon jede Menge Zuschauer bei Twitter, kübelweise Spott inklusive.



Mittlerweilte hat auch der NDR geantwortet. Bereits zu Beginn der Sendung sei die Leitung zwischen dem „AnneWill Studio“ in Berlin und dem NDR in Hamburg gestört gewesen, so eine Sprecherin am Montagmorgen. "Deshalb wurde, für die Zuschauerinnen und Zuschauer unbemerkt, auf die eigens für solche Fälle vorgesehene Ersatzleitung ausgewichen. Diese fiel jedoch dann nach circa 15 Minuten ebenfalls vollständig aus. Damit waren alle für die Ausstrahlung der Sendung vorhandenen Leitungswege weggefallen."

Unter Hochdruck sei dann versucht worden, einen dritten, alternativen Leitungsweg aufzubauen. "Dies ist dann auch gelungen, hat aber, aufgrund der technischen Komplexität des Vorgangs, bedauerlicherweise rund zehn Minuten gedauert." Solche lang andauernden Sendeausfälle seien selten, so der NDR, sie sind aber - gerade bei Livesendungen - auch nicht völlig auszuschließen.

Die Sendung kann in voller Länge über die Mediatheken der ARD abgerufen werden.

Immerhin ist die Sendung pünktlich zu Ende gegangen. Die "Anne-Will"-Redaktion hatte bei Twitter auch schnell reagiert und versprochen, mit Zitaten die Zeit zu überbrücken. Dann brachte sie schöne Bilder mit Aussagen von Olaf Scholz, Katrin Göring-Eckardt und Journalist Georg Restle. Nur was Peter Altmaier zur Verantwortung der Kanzlerin gesagt hat, erfuhre wir erst mal nicht. Jetzt aber bitte nichts Böses denken!

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