"Tendenziös" : Tui protestiert gegen ARD-"Markencheck"

23.01.2013 00:00 Uhr
Der Tourismuskonzern Tui kritisiert, wie er im ARD-Markencheck dargestellt wurde. Foto: WDR
Der Tourismuskonzern Tui kritisiert, wie er im ARD-Markencheck dargestellt wurde. - Foto: WDR

Fast drei Millionen Zuschauer haben am Montagabend verfolgt, wie der Tourismuskonzern im ARD-"Markencheck" unter die Lupe genommen wurde. Tui selbst ist von dem Bericht allerdings gar nicht begeistert.

Ein ARD-„Markencheck“ über Tui ist beim Tourismuskonzern auf Kritik gestoßen. „Wir halten den Tui-,Markencheck’ von gestern Abend für tendenziös“, sagte ein Firmensprecher zur Sendung vom Montag. Er wirft in weiten Teilen ein völlig falsches Bild auf uns als Qualitäts- und Marktführer.“ Rechtliche Schritte wolle der Branchenriese aus Hannover aber nicht einleiten. Ein Verfahren würde sich nur lange hinziehen.

Im Mittelpunkt der Verbraucherreportage, die ab 20 Uhr 30 im Ersten 2,81 Millionen Zuschauer sahen, stand eine dreiköpfige Familie, die für eine Woche Gran Canaria im Vier-Sterne-Hotel im Herbst 2900 Euro bezahlen musste.

Mit ihr zog inkognito der Hotel-Tester Olaf Seiche in ein anderes Zimmer. Dann folgten noch andere Hotel-Tests. Das ARD-Check-Urteil zum TUI-Angebot insgesamt lautete: Qualität ordentlich, Service
durchwachsen, Preise zu hoch, Fairness unter anderem gegenüber dem Personal unzureichend.

TUI argumentierte mit vielen unterstützenden Stimmen aus sozialen Netzwerken sowie auch aus dem ARD.de-Chat direkt nach der Sendung. „Das ist so repräsentativ wie ein Brustvergrößerungsbericht bei Taff“, schrieb ein von TUI zitierter Chatter in Anspielung auf ein Boulevardmagazin im Privatfernsehen. TUI merkte an, dass 90 Prozent der Gäste das im Bericht beschriebene Hotel auf Gran Canaria mit sehr gut oder gut bewerteten, auch wenn die Zufriedenheit bei den noch nicht modernisierten Zimmern nur bei 60 Prozent liege - das Hotel punkte jedoch mit hoher Serviceleistung.

Der zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) blieb gelassen: „Wir können in der TUI-Reaktion nicht sehen, was unsere Ergebnisse widerlegen würde“, sagte eine Sprecherin. (dpa)

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