Thomas Gottschalk in der Kritik : „Die Gier war größer als der Anstand“

Thomas Gottschalks Abschied von "Wetten, dass.." lässt die TV-Branche noch immer nicht kalt. Das „Jahrbuch Fernsehen 2013“ beschäftigt sich mit den Nebenverdiensten des Moderators.

Verrat an den Zuschauern wird Thomas Gottschalk vorgeworfen. Foto: AFP
Verrat an den Zuschauern wird Thomas Gottschalk vorgeworfen. Foto: AFPFoto: AFP

Das neu erschienene „Jahrbuch Fernsehen 2013“ widmet sich unter anderem dem umtriebigen Fernsehmoderator Thomas Gottschalk und seinem Abschied von „Wetten, dass..?“. Wie die Herausgeber am Montag mitteilten, greift die Medienkritikerin Silke Burmester in ihrem Essay Gottschalk scharf an. „Die Gier aufs Geld war größer als der Anstand“, schreibt sie mit Blick auf Schleichwerbe-Vorwürfe bei „Wetten, dass..?“. Gottschalk habe jene verraten, die ihn groß gemacht hätten – die Zuschauer und das ZDF.

Das „Jahrbuch Fernsehen“ erscheint seit 1991 und gibt einen aktuellen Überblick über die bedeutendsten Medienereignisse des Vorjahrs. Der Hamburger Autor René Martens weist in der nun erschienenen aktuellen Ausgabe auf die schwierige Lage von Dokumentarfilmproduzenten hin. Die Journalistin Sabine Sasse kritisiert die Wirkung von „Mediatradings“ auf den werbebasierten Medienmarkt: Die Übermacht weniger großer Media-Agenturen und das System erzwungener Rabatte bedrohten die unabhängige Publizistik.

Im Interview blickt der 93-jährige Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller auf seine Flucht vor den Nationalsozialisten und seine journalistische Laufbahn zurück. „Man ist immer in Lebensgefahr“, sagt er über die heutigen Bedingungen für Fernsehreporter.

Herausgegeben wird das Jahrbuch vom Grimme-Institut, der Deutschen Kinemathek, dem Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) und dem Branchendienst „Funkkorrespondenz“. epd

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