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Trauer um Bienzle : „Tatort“-Kommissar Dietz-Werner Steck ist tot

Der Hut in Unfarbe, der ewige Trenchcoat, das ausgebeulte Sakko, und dann auch noch handy-, pistolen- und autofrei - was war das für ein unzeitgenössischer „Tatort“-Kommissar, den Autor Felix Huby da in den 1990 Jahren ins Leben rief. Und was hatte er für einen Erfolg.

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Markenzeichen Trenchcoat und Schlapphut: Dietz-Werner Steck als "Tatort"-Kommissar Bienzle.
Markenzeichen Trenchcoat und Schlapphut: Dietz-Werner Steck als "Tatort"-Kommissar Bienzle.Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Einem Millionenpublikum wurde Dietz-Werner Steck zwischen 1991 und 2007 als „Schwäbischer Columbo“ in 25 Fällen des Stuttgarter „Tatorts“ bekannt. Mit Trenchcoat und Schlapphut, stets nach dem Prinzip: Gucken, verstehen, verhaften. Den Kritikern hat das nicht immer gefallen, doch Steck war immer gerne Bienzle. Er kokettierte fast damit, ein südwestdeutscher Brummbär zu sein.

Seine Serien-Nachfolger „Lannert und Bootz“ (Richy Müller/Felix Klare) hätten „keinen Lokalkolorit“ mehr, kritisierte Steck einmal. 2007 schien Steck dann aber doch aus der Zeit gefallen, als immer mehr TV-Profiler und Ermittler-Psychos im "Tatort" ans Werk gingen. Da war kein Platz mehr für den schwäbischen Columbo.

Steck wurde in Waiblingen geboren, seine Schauspielausbildung machte er an der Staatlichen Hochschule in Stuttgart. Von 1962 bis 1996 war Steck Ensemblemitglied beim Staatstheater Stuttgart, dazu die Rolle seines Lebens, der Stuttgarter „Tatort“. 2002 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Bereits am 31. Dezember ist Dietz-Werner Steck im Alter von 80 Jahren in Stuttgart gestorben.

SWR-Intendant Peter Boudgoust hat Steck als „Botschafter für den Südwesten“ gewürdigt. „Wir haben einen großartigen Schauspieler und ein schwäbisches Original verloren“, sagte Boudgoust am Montag. Als „Tatort“-Kommissar Ernst Bienzle habe Steck die Fernsehzuschauer im gesamten deutschsprachigen Raum begeistert. Für den Südwestrundfunk (SWR) stand Steck bis ins hohe Alter vor der Kamera - zuletzt in „Die Kirche bleibt im Dorf“.

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