Trubel um Talkshow-Besetzung : Altmaier-Sprecher erhebt Vorwürfe gegen Raab-Redaktion

Was hat es auf sich mit dem Trubel um die Gästeliste für Stefan Raabs Talk-Premiere? Die Behauptung, Umweltminister Altmaier habe gegen die Einladung Volker Becks protestiert, weist ein Sprecher als "grotesk" und "unfassbar" zurück - und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen Raabs Redaktion.

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Umweltminister Peter Altmaier
Umweltminister Peter AltmaierFoto: dpa

Hat Umweltminister Peter Altmaier dagegen protestiert, gemeinsam mit dem Grünen-Politiker Volker Beck in der Premiere von Stefan Raabs neuer politischer Talkshow am kommenden Sonntag aufzutreten? Diese Behauptung hat ein Sprecher des Ministers nun als "absurd und grotesk" zurückgewiesen. Vielmehr sei Altmaier mit Beck befreundet und trete gerne gemeinsam mit ihm auf. Die Vorgänge rund um die Gästeliste für den Polittalk schildert der Sprecher völlig anders.

Mit der Redaktion der Pro Sieben-Sendung sei verabredet gewesen, dass Altmaier entweder auf Hannelore Kraft oder Andrea Nahles treffen werde. Nur auf Nachfrage habe der Sprecher später erfahren, dass daraus nichts werde, die Rede sei daraufhin von Volker Beck und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann als möglichen Gästen gewesen. Nachdem Beck bereits zugesagt habe, habe die Redaktion allerdings von sich aus entschieden, ihn nicht mehr dabeihaben zu wollen - aber offensichtlich nicht den Mut gehabt, diese Entscheidung zu vertreten. Offensichtlich sei deshalb gegenüber dem Büroleiter Becks der Eindruck erweckt worden, Umweltminister Altmaier habe auf die Ausladung gedrängt. In der Tat hatte Becks Büroleiter Sebastian Brux davon gesprochen, der Grünen-Politiker sei auf Wunsch Altmaiers ausgeladen worden.

Das Verhalten der Redaktion nennt Altmaiers Sprecher nun "unfassbar", die Behauptung, gegen Beck als Kontrahent protestiert zu haben, will der Minister nicht hinnehmen. Deshalb habe man nun entschieden, die Reißleine zu ziehen und den Auftritt abzusagen, presserechtliche Schritte habe man zumindest vorübergehend ebenfalls erwogen. Mit der Besetzung der Runde und der Frage, auf wen Altmaier am Ende getroffen wäre, habe die Absage hingegen nichts zu tun, man habe gegen "niemanden" der möglichen Talkgäste etwas.

Ein Sprecher von Pro Sieben wollte die Vorwürfe gegenüber dem Tagesspiegel nicht kommentieren. Er teilte im Namen Raabs lediglich mit: "Die Qualität unserer Sendung hängt nicht vom Erscheinen einer einzelnen Person ab. Wir freuen uns auf eine muntere Diskussion am Sonntagabend." Eines zumindest hat die Redaktion sichergestellt: Dass der neue Polittalk kurz vor Start noch einmal kräftig öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte.

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