TV : Anke Engelke mit „Wut im Bauch“ im ZDF-Krimi

om Comedian-Durchschnitt hebt sie sich nicht nur wegen ihres Talents ab, sondern weil sie auch Neues, Unvorhersehbares wagt. Nun ist Anke Engelke in einer Krimireihe zu sehen.

Thomas Gehringer
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Ellen Lucas (Ulrike Kriener r.) und Rike (Anke Engelke) besuchen Jule in der Psychatrie. -Foto: ZDF

„Ich mag es, wenn Fernsehen und Film nicht trivial sind, sondern von Bedeutung“, sagt Anke Engelke über die ZDF-Krimireihe „Kommissarin Lucas“. Dieser Satz hätte auch bestens nach Marl gepasst, wo die 42-jährige Kölnerin am Freitagabend ihren dritten Grimme-Preis erhielt. Gemeinsam mit Bastian Pastewka wurde sie für die Galaparodie „Fröhliche Weihnachten“ (Sat 1) ausgezeichnet.

Vom Comedian-Durchschnitt hebt sie sich nicht nur wegen ihres Talents ab, sondern weil sie auch Neues, Unvorhersehbares wagt. Da passt es wunderbar, dass sie am Samstag mal nicht als Ladykracher zu sehen ist, sondern als Schauspielerin in einer diffizilen Rolle: als verunsicherte und bedrohte Frau, die der Liebe zu ihrem gewalttätigen Freund nicht abschwören kann. Engelkes Rike, die jüngere Schwester von Kommissarin Ellen Lucas (Ulrike Kriener), rückt bei ihrem dritten Auftritt in der Folge „Wut im Bauch“ stärker in den Mittelpunkt. Ihr neuer Liebhaber Robert (Ronald Zehrfeld) saß fünf Jahre im Knast, weil er seine damalige Freundin eine Woche lang gequält hatte. Doch dann wird eine junge Frau vergewaltigt und fast getötet. Robert gerät unter Verdacht, aber Rike hält zu ihm und bekommt dennoch seine Aggressivität zu spüren.

Engelke spielt die von widerstreitenden Gefühlen geplagte Rike überzeugend, vor allem: mit gebremstem Temperament. Mit der chaotischen Rike hatten das ZDF, Produzentin Molly von Fürstenberg und Stammregisseur Thomas Berger eine Art Flipperkugel ins Spiel gebracht. „Die kommt da rein wie so ein Wirbelsturm“, beschreibt Anke Engelke ihre Rolle.

Rike ist spontan, sprunghaft und kontaktfreudig. Durch sie soll die häufig schroffe und immer noch vom Tod ihres Mannes geprägte Kommissarin „weicher“ erscheinen und häufiger Gelegenheit haben, Gefühle zu zeigen. „Wir stehen in dieser Konstellation erst am Anfang. Da fällt den Autoren einiges noch ein“, kündigt ZDF-Redakteur Wolfgang Feindt an.Thomas Gehringer

„Kommissarin Lucas: Wut im Bauch“; ZDF, 20 Uhr 15

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