TV-Duell auch im Hörfunk : Deutschlandfunk setzt auf Übertragung

Bei der letzten Bundestagswahl blieb der Wunsch des Deutschlandfunks nach einer Radio-Übertragung des TV-Duells noch ungehört. Dieses Mal stehen die Chancen für eine solche Sondersendung besser.

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Anne Will und Stefan Raab bilden ein Team im TV-Duell.
Werden die Kandidaten im TV-Duell befragen: Anne Will und Stefan Raab.Foto: dpa

Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück am kommenden Sonntag soll eine mulitmediale Veranstaltung werden. Sicher ist, dass ARD, ZDF, Pro 7 und RTL ab 20 Uhr 30 übertragen, bei tagessschau.de und zdf.de wird es einen Live-Stream geben; auch der Hörfunk in Programmgestalt des Deutschlandfunks will live beteiligt sein.

Der Sender Deutschlandradio (DLR) bemüht sich jedenfalls um das Tonsignal, nach Information des Tagesspiegel stehen die Chancen für die geplante Sondersendung gut. Im Mittelpunkt des Programms von 20 Uhr 05 an steht die Liveübertragung des TV-Duells, um 22 Uhr 05 wird sich eine Expertenrunde über die Performance der Kontrahenten beugen.

Eine Übertragung am Sonntag im Radio ist ein Fortschritt gegenüber dem TV-Duell 2009 zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Damals war die Forderung des Deutschlandradios nach einer Liveübertragung im Hörfunk bei den Fernsehsendern noch auf taube Ohren gestoßen. Insbesondere die privaten Stationen hatten sich einer Ausstrahlung mit dem Hinweis widersetzt, dass es sich um ein „originäres TV-Duell handelt, das die Sender ausgerichtet und bezahlt haben“, wie der damalige Sat-1- Nachrichtenchef Peter Limbourg sagte.

Jetzt scheint das Deutschlandradio mit seinen Argumenten bei ARD und ZDF, den Trägern der Körperschaft Deutschlandradio, durchgedrungen zu sein. Zunächst gehört die „Radio-Machung“ eines solchen politischen Ereignisses nach DLR-Lesart zum öffentlich-rechtlichen Auftrag, nicht nur des Fernsehens von ARD und ZDF, sondern auch des Deutschlandfunks; die Übertragung ist ein Beitrag zur politischen Meinungs- und Willensbildung.

Ferner ist die Rundfunkgebühr seit Beginn dieses Jahres nicht mehr nach Fernsehen und/oder Radio gesplittet, seit Januar existiert nur noch die einheitliche Rundfunkabgabe für alle Haushalte in Deutschland, was den Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das TV-Duell auf allen Ausspielwegen anzubieten, erhöht. Auch ist die Sorge der Privatstationen, jeder Radiohörer würde die Einschaltquote drücken, eher marginal. Wer das Duell Merkel versus Steinbrück auf dem Bildschirm sehen kann, der wird es auf dem Bildschirm sehen wollen. Die Radioübertragung bietet sich vor allem für Menschen unterwegs, sprich Autofahrer, an. Joachim Huber

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