Übergriff in Nürnberg : Fotograf auf AfD-Demo attackiert

Erneut wurden Journalisten auf einer Demonstration angegriffen. Ziel der Attacke auf einer AfD-Veranstaltung in Nürnberg war ein Fotograf, der das Geschehen ablichten wollte.

von
Am Rande einer AfD-Demonstration kam es erneut zu Angriffen auf Journalisten. Das Archivbild wurde Anfang Februar in Magdeburg aufgenommen. Die Attacke am Sonntag ereignete sich in Nürnberg.
Am Rande einer AfD-Demonstration kam es erneut zu Angriffen auf Journalisten. Das Archivbild wurde Anfang Februar in Magdeburg...Foto: dpa

Auf einer Demonstration der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) in Nürnberg wurde am Sonntag ein Fotograf, wie der Bayerische Rundfunk auf seiner Webseite berichtet. Auf der Kundgebung der AfD standen 150 Sympathisanten der Partei rund 500 Gegnern gegenüber.

Der Angriff erfolgte nach Schilderung des BR kurz nach Start des Demonstrationszuges. Dabei scherte ein Demonstrant aus und attackierte den Mann, der neben dem BR-Team stand und Aufnahmen von der Demonstration machte. Der etwa 30 Jahre alte Angreifer wurde von der Polizei festgenommen. Nach Feststellung der Personalien wurde der Mann freigelassen. Wie der BR weiter berichtet, wurde gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Während der Demonstration hatten Gegner der AfD versucht, die Absperrgitter der Polizei zu überwinden, um zum Demonstrationszug vorzudringen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um dies zu verhindern.

Angriffe in Magdeburg, Dresden und Leipzig

Seit Beginn des Jahres hatte es mehrere Angriffe auf Journalisten am Rande von Demonstrationen gegeben. Ende Januar wurden Teams von MDR und ZDF in Magdeburg ebenfalls bei einer AfD-Demonstration unter anderem mit Reizgas attackiert. Ein Sicherheitsmann des MDR musste danach von Sanitätern behandelt werden. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, ihn erwartet eine Strafanzeige.

In Leipzig war Anfang Januar eine MDR-Reporterin bei einer Demonstration zum einjährigen Bestehen der Legida-Bewegung ins Gesicht geschlagen worden, als sie versuchte, Pegida-Anführer Lutz Bachmann zu fotografieren. Bei der Täterin hatte es sich nach Angaben der Journalistin um eine 55- bis 60-Jahre alte Frau gehandelt. Bereits im vergangenen Jahr war es zu mehreren Angriffe auf Journalisten gekommen, unter anderem bei einer Pegida-Demonstration im September in Dresden. Dort wurden ebenfalls Berichterstatter des MDR angegriffen, unter anderem durch Tritte und einen Faustschlag. Weil sich die "Leipziger Internetzeitung" von der Polizei nicht ausreichend geschützt sieht, hat sie die Live-Berichte von Versammlungen der Legida Mitte Februar eingestellt.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben