Ukraine : Moderatorin von Russia Today kritisiert Kreml-Politik

„Was Russland getan hat, ist falsch“, sagte Abby Martin in der Nacht auf Dienstag in der Sendung „Breaking the Set“.

Abby Martin verurteilt die russische Ukraine-Politik.
Abby Martin verurteilt die russische Ukraine-Politik.Screenshot: Tsp

Eine Moderatorin des Kreml-nahen Fernsehsenders Russia Today hat in einem Monolog am Ende ihrer Sendung die russische Politik in der Ukraine scharf verurteilt. „Was Russland getan hat, ist falsch“, sagte Abby Martin in der Nacht auf Dienstag in der Sendung „Breaking the Set“. Die gebürtige Amerikanerin bezog sich mit ihrem Statement auf die faktische Besetzung der Krim durch russische Truppen.

„Dass ich hier arbeite, heißt nicht, dass ich keine redaktionelle Unabhängigkeit habe“, erklärte Martin. Sie wandte sich gegen jede Einmischung in die Angelegenheiten eines souveränen Staates. „Eine militärische Intervention ist nie eine Lösung, und ich werde nicht hier sitzen und eine militärische Aggression entschuldigen oder verteidigen.“ Die Berichterstattung von allen Seiten über den Konflikt sei enttäuschend und voller Desinformationen. Derzeit könne man nur auf einen friedlichen Ausgang dieser schrecklichen Lage hoffen.

Neonazis in Kiew

Russia Today (RT) hatte in seiner Berichterstattung stets betont, die russische Intervention sei auf Wunsch der Bevölkerung in der Ukraine geschehen. Die Mitglieder der amtierenden Regierung in Kiew bezeichnete der Sender als Neonazis. Damit zog er heftige Kritik aus dem Ausland auf sich. Der Sender setze „neue Standards in abstoßender Propaganda“, erklärte der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski. Die Schweizer „Handelszeitung“ und der Nachrichtensender Euronews attestierten Russia Today Einseitigkeit. Der Sender gilt als Sprachrohr des Kreml.

RT hat einen gemeinnützigen Status und wird durch russische Staatsgelder finanziert. Der englischsprachige Sender erreicht nach eigenen Angaben 669 Millionen Menschen weltweit.epd/Tsp

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