Umfrage: Die Herausforderungen an den RBB : Frischer Wind fürs TV-Programm

Im Juli soll der nächste Intendant oder die nächste Intendantin des RBB die Arbeit aufnehmen. Wir wollten von Menschen aus der Medienbranche wissen, wen sie wählen würden und was sie vom Nachfolger Dagmar Reims erwarten.

Jetzt wird gewählt: Der RBB in der Masurenallee in Berlin.
Jetzt wird gewählt: Der RBB in der Masurenallee in Berlin.Foto: dpa

Im Juli soll der nächste Intendant oder die nächste Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg die Arbeit aufnehmen. Wir wollten von Menschen aus der Medienbranche wissen, was sie vom Nachfolger Dagmar Reims erwarten.

„Theo Koll ist ein sehr guter Journalist, aber bei gleicher Qualifikation würde ich immer Frauen bevorzugen. Patricia Schlesinger sollte RBB-Intendantin werden“, sagt Lea Rosh, in den 1990er Jahren Leiterin des NDR-Landesfunkhauses in Hannover und damit neben Ulrike Wolf beim MDR eine der ersten Frauen in Deutschland, die ein Funkhaus leiteten.

„Nach tausend Jahren Männerherrschaft bin ich natürlich für die Frau, die Männer hatten ihre Chance und da ist noch viel Luft nach oben“, sagt die Entertainerin Desireé Nick. Beim RBB fehlt ihr vor allem ein gutes Kulturprogramm. „Ich schaue hauptsächlich dritte Programme, und da hinkt der RBB hinterher – besonders kulturell. Immerhin sind wir die Kulturmetropole Berlin, doch das spiegelt sich im Programm nicht wider.“

Auch für die Regisseurin Barbara Rohm von Pro Quote Pro ist es weiter an der Zeit für eine weibliche Intendantin. „Pro Quote Regie würde die Wahl von Frau Schlesinger zur neuen RBB-Intendantin sehr begrüßen, denn noch immer gibt es viel zu wenige Frauen in richtungsweisenden Positionen.“ Für Michael Rediske vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg steht der Sender gar nicht so schlecht da, braucht aber frischen Wind, vor allem im Fernsehprogramm. Der Kostendruck dürfe nicht einseitig zulasten der freien Mitarbeiter/-innen gehen. „Nach innen braucht es einen souveränen integrativen Führungsstil. Nach außen entschiedenen Widerspruch gegen die Geringschätzung der Öffentlich-Rechtlichen.“

Julia Schramm ist Buchautorin und Ex-Piratenpartei-Vorsitzende: „Ein wenig mehr Humor, ein wenig mutiger und politischer könnte der RBB schon werden“, meint sie. „Beide Kandidaten haben das Potenzial dazu – aber eine Frau an der Spitze wäre natürlich sehr sympathisch.“

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