Umstrittener RBB-Moderator Jebsen : "KenFM" weiter in der Kritik

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin findet die Fortsetzung der Radio-Fritz-Sendung "verwunderlich" und fordert Konsequenzen.

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Ken Jebsen steht weiter in der Kritik.
Ken Jebsen steht weiter in der Kritik.Foto: RBB

Eine Entschuldigung von Ken Jebsen reicht der Jüdischen Gemeinde zu Berlin offenbar nicht. Sie will, dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) Konsequenzen nach dem Vorwurf des Antisemitismus gegen den Radio-Fritz-Moderator zieht. „Es ist die Frage zu stellen, ob nach solchen Äußerungen einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann“, sagte Maya Zehden, Sprecherin der Gemeinde, am Dienstag. Dieser Vorgang habe zu einer Reihe von antisemitischen Kommentaren, vor allem im Internet, geführt. Es sei „verwunderlich“, dass Jebsen seine Sendung fortführen könne.

Vor zwei Wochen hatte Jebsen in einer Mail an einen Hörer geschrieben: „Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat“. Dies veröffentlichte Publizist Henryk M. Broder in seinem Blog, der RBB setzte „KenFM“ am vorvergangenen Sonntag aus. Nach einem Gespräch mit Jebsen erklärte Programmdirektorin Claudia Nothelle die Vorwürfe des Antisemitismus jedoch als nicht gerechtfertigt, „KenFM“ werde deshalb fortgesetzt. Jebsen selbst äußerte sich vergangenen Sonntag in seiner Sendung. Es sei „absurd“, ihm zu unterstellen, er habe den Holocaust geleugnet. Wenn sich jemand, insbesondere die jüdische Gemeinde, gekränkt fühle, tue ihm das leid, fügte er hinzu.

Es sollte nicht die Frage gestellt werden, „ob Herr Jebsen Antisemit ist oder nicht“, sagte Maya Zehden und verwies auf das Beispiel des Modeschöpfers John Galliano. Er sei kürzlich umgehend gefeuert worden, als er mehrfach Menschen antisemitisch beschimpft habe. „Im Nachhinein wird auch er nicht als Antisemit eingestuft. Aber er musste für seine Äußerungen die Konsequenzen tragen“, sagte Maya Zehden.

Der RBB steht dagegen weiterhin zur Fortsetzung von „KenFM“. „Es ging nicht darum, Härte zu zeigen, sondern darum, aufzuklären“, sagte RBB-Sprecher Volker Schreck. Und das hätten der Sender und auch Jebsen getan.

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