Uwe Vorkötter : Chefredakteur der "Berliner Zeitung" tritt offenbar ab

Die Führungsspitze bei der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ wird offenbar umgebaut. Uwe Vorkötter, bisher Chefredakteur beider Zeitungen, zieht sich einem Bericht zufolge zurück. Auch mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt.

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Zieht vom Chefposten der Berliner Zeitung zurück: Uwe Vorkötter
Zieht vom Chefposten der Berliner Zeitung zurück: Uwe VorkötterFoto: picture-alliance/ dpa

Die Führungsspitze bei der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ wird offenbar umgebaut. Uwe Vorkötter, bisher Chefredakteur beider Zeitungen, zieht sich zurück, meldete der Branchendienst Kress am Donnerstag. Der Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) plant demnach, die beiden Zeitungen künftig wieder getrennt führen zu lassen.

Brigitte Fehrle, bereits Mitglied des Chefredakteursgremium beider Zeitungen, dürfte neue Chefredakteurin der „Berliner Zeitung“ werden. Rouven Schellenberger, Redaktionsleiter für Regionales und Lokales in Frankfurt, wird als neuer „Rundschau“-Chefredakteur gehandelt. Ein Sprecher von MDS wollte den Umbau nicht kommentieren. Uwe Vorkötter, Brigitte Fehrle und Rouven Schellenberger waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Redaktionen sollen am heutigen Freitag über den Umbau informiert werden. „Die Nachricht kommt für uns überraschend“, sagte Jan Thomsen vom Redaktionsausschuss der „Berliner Zeitung“. Die Situation sei unklar. Er gehe aber davon aus, dass die beiden Blätter neu ausgerichtet werden sollen. „An zukunftsfähigen Konzepten für unsere Zeitungen sind wir sehr interessiert“, sagte Thomsen.

2006 hatte der in Köln ansässige Verlag M. DuMont Schauberg die Mehrheit an der „Rundschau“ übernommen, seit 2009 ist MDS Eigentümer des Berliner Verlags mit der „Berliner Zeitung“. Um Kosten zu sparen, war die Zusammenarbeit beider Zeitungen intensiviert worden. So werden die Mantelseiten der „Rundschau“ seit Frühjahr 2011 von der „Berliner Zeitung“ produziert. Kritiker befürchteten, dass die Zeitung dadurch ihre Eigenständigkeit verlieren könnte. Mehr als 40 Stellen waren im Zuge der Fusion in Frankfurt gestrichen worden.

Vorkötter, der zunächst Chefredakteur der „Berliner Zeitung“ war, dann die Führung der „Rundschau“ übernahm und schließlich zurück nach Berlin kehrte, um beide Zeitungen zu leiten, will sich aber wohl nicht endgültig von M. DuMont Schauberg verabschieden, sondern andere Aufgaben für den Verlag übernehmen. Sonja Pohlmann

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