Verlag : Die „International Herald Tribune“ wird umgetauft

Mithilfe der "New York Times": In Zeiten, in denen Nachrichtenportale mit Zeitungen im Netz konkurrieren, sind ein hoher Wiedererkennungswert umso wichtiger.

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Zeitung zieht an. Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo mit der „New York Herald Tribune“ in „Außer Atem“. Foto: pa
Zeitung zieht an. Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo mit der „New York Herald Tribune“ in „Außer Atem“. Foto: paFoto: picture alliance /

Als Jean Seberg die Zeitung 1960 in Jean-Luc Godards Kinofilm „Außer Atem“ am Pariser Champs-Élysées an Jean-Paul Belmondo verkauft, heißt sie noch „New York Herald Tribune“ und ist Pflichtblatt für Amerikaner im Nachkriegs-Europa. Am internationalen Renommee der Zeitung hat sich zwar nichts geändert, doch ihren Namen hat die heutige „International Herald Tribune“ seit ihrer Gründung 1887 immer wieder gewechselt – und nun wird sie wieder umgetauft.

Denn da, wo die „New York Times“ drinsteckt, soll künftig auch „New York Times“ draufstehen, teilte Arthur Sulzberger mit. Er ist Verwaltungsratsvorsitzender der New York Times Company, zu der „The International Herald Tribune“ seit 2003 vollständig gehört. Ab Herbst soll die Zeitung deshalb „International New York Times“ heißen. Bei der Umbenennung handele es sich um einen „logischen nächsten Schritt, um unsere internationale Reichweite zu steigern“, sagte Sulzberger. Unternehmenschef Mark Thompson ergänzte, dass die Marke der renommierten US-Tageszeitung „New York Times“ dabei helfen soll, „internationale Lesergruppen, digitale Abonnements und Werbetreibende zu gewinnen“.

Die New York Times Company hat die „International Herald Tribune“ redaktionell eng mit dem Mutterblatt verwoben. Diese Verbindung soll durch die neue Namensgebung offensichtlich noch stärker betont werden. In Zeiten, in denen Nachrichtenportale mit Zeitungen im Netz konkurrieren, sind starke Marken und ein hoher Wiedererkennungswert umso wichtiger. Zumal die „New York Times“ auf ein Bezahlmodell setzt und immer mehr Online-Abonnenten gewinnt.

Aber auch als Printmarke ist die „International Herald Tribune“ weltweit bekannt. Nach Angaben des Verlags wird sie mit einer Auflage von rund 226 200 Exemplaren in 130 Ländern verkauft. Produziert wird sie in Neuilly-sur-Seine, einem Vorort von Paris, wo sie 1887 als europäischen Ausgabe des „New York Herald“ unter dem Namen „Paris Herald“ erstmals erschienen ist. An der internationalen Ausrichtung soll sich auch künftig nichts ändern, das unterstreicht allein der neue Name „The International New York Times“. Sonja Pohlmann

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