• Vierter Name in knapp 20 Jahren: Aus Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur

Vierter Name in knapp 20 Jahren : Aus Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur

Und D-Radio Wissen heißt künftig Deutschlandfunk Nova. Nur der Deutschlandfunk behält bei den Umbenennungsarbeiten seinen Namen.

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Berliner Lösung. Außen Deutschlandradio, innen Deutschlandfunk Kultur.
Berliner Lösung. Außen Deutschlandradio, innen Deutschlandfunk Kultur.Foto: IMAGO

Wird das Deutschlandradio (DLR) jetzt besser – oder nur anders? Der beitragsfinanzierte Sender wird zwei seiner drei Programme umbenennen: Aus Deutschlandradio Kultur wird – sehr wahrscheinlich zum März 2017 – Deutschlandfunk Kultur, und D-Radio Wissen soll künftig Deutschlandfunk Nova heißen. Nur der Deutschlandfunk bleibt der Deutschlandfunk. Programmdirektor Andreas-Peter Weber, der eigentliche Initiator der Umbenennung, weiß für diese Aktion Intendant Willi Steul an seiner Seite und den Verwaltungsrat, der den Schritt bereits abgenickt hat.

Für das Programm, das Deutschlandradio in Berlin produziert, steht damit in seiner knapp 20-jährigen Geschichte der bereits vierte Name an: Rias – Deutschlandradio Berlin – Deutschlandradio Kultur – Deutschlandfunk Kultur. Und mit der Umbenennung auch eine Neuerfindung, wie nicht wenige Mitarbeiter im Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz in Berlin, aber auch am Standort Köln befürchten? Beim Deutschlandfunk in Köln könnte ein Abbau des Kulturanteils zugunsten des künftigen Deutschlandfunks Kultur in Berlin vorgenommen werden, beim Deutschlandradio Berlin geht die Rede von einem Abbau der Selbst- und Eigenständigkeit. Motto: Deutschlandfunk Kultur wird ein Anhängel des Deutschlandfunks, das Nebeneinander der Programme wird von einer Hierarchie der Wellen abgelöst. Bisher ist die DLR-Strategie auf gegenseitige Abgrenzung der drei Programme ausgerichtet.

Kulturradio soll mehr Stammhörer bekommen

Programmdirektor Weber ließ sich am Dienstag ebenso wenig wie andere Senderhierarchen sprechen, Weber soll sich am Mittwoch den Mitarbeitern in Köln und am Donnerstag jenen in Berlin erklären. Den Programmdirektor motiviert offenbar die Erkenntnis, dass das Kulturradio weniger über Stammhörer verfügt, als dass Hörer des Deutschlandfunks zum Deutschlandradio Kultur wechseln, wenn es ihnen um diese Themenbereiche zu tun ist. Natürlich ist das Label „Deutschlandfunk“ in der Republik bekannter, da bündeln sich Reichweite, Reputation und Resonanz. Steigt mit der „Deutschlandfunkisierung“ der anderen Programme aber nicht die Gefahr der Verwechslung?

Und Deutschlandfunk Nova, formerly known as D-Radio Wissen? „Nova“, heißt es bei Wikipedia, „ist ein Helligkeitsausbruch“. Na bitte. Joachim Huber

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