Was die Rundfunkräte kosten : WDR zahlt 3015 Euro im Monat

Höchst unterschiedlich sind die Aufwandsentschädigungen der Gremien bei ARD und ZDF: Üppig beim WDR, sehr bescheiden bei Radio Bremen.

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Gruppenbild mit Intendant. WDR-Chef Tom Buhrow (erste Reihe, Dritter von links) inmitten des Rundfunkrates
Gruppenbild mit Intendant. WDR-Chef Tom Buhrow (erste Reihe, Dritter von links) inmitten des RundfunkratesFoto: WDR

Richtig ins Licht der Öffentlichkeit geraten sie nur, wenn die Wahl eines Intendanten ansteht. Das ist die vornehmste Aufgabe der Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Sender. Ansonsten kontrollieren sie, ob die Programmgrundsätze eingehalten werden, wie Senderchef, Verwaltung, Redaktionen arbeiten. Die Rundfunkräte der ARD-Sender, von ZDF und Deutschlandradio agieren quasi wie Aufsichtsräte in Wirtschaftsunternehmen. Wesentlicher Unterschied, dass die öffentlich-rechtlichen Gremien nach pluralistischen Gesichtspunkten zusammengesetzt sind. Es sollen die Repräsentanten aller relevanten politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen vertreten sein.

Für Gotteslohn muss keiner ran, auch wenn die Aufgaben ehrenamtlich wahrgenommen werden. Es werden monatliche Aufwandsentschädigungen bezahlt. Eine aktuelle Aufstellung des Branchendienstes kress.de zeigt, dass die Summen höchst unterschiedlich ausfallen. Bezahlt werden sie aus dem Rundfunkbeitrag.

WDR-Gremienchefin Ruth Hieronymi ist Spitzenverdienerin

An der Spitze der Tabelle thront Ruth Hieronymi, CDU-Politikerin und Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates. Sie bekommt pro Monat eine Aufwandsentschädigung von 3015 Euro. Das ist absolute Spitze in Gremien-Deutschland. Auch auf den anderen Ebenen zahlt die größte ARD-Anstalt die am besten: Ein "normales" Mitglied im WDR-Rat bekommt 1035 Euro monatlich. Ausschussvorsitzende erhalten 1250 Euro. Pro Sitzungstag bekommt jedes Mitglied ein Sitzungsgeld von 15 Euro.

Für die ARD-Anstalten kann die Faustregel gelten: Je größer der Sender, je finanzstärker ein Sender, desto höher die Aufwandsentschädigung. Die Mitgliedschaft im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks lohnt sich entsprechend. Der Vorsitzende des Gremiums, Lorenz Wolf (Katholische Kirche), erhält monatlich 1400 Euro, Ausschussvorsitzende 825 Euro, einfache Mitglieder 700 Euro, Sitzungsgeld: 100 Euro.

Beim Rundfunk Berlin-Brandenburg bekommt ein Mitglied des Rundfunkrates nach kress-Angaben 350 Euro im Monat, die Vorsitzende des Gremiums, Friederike von Kirchbach (Evangelische Kirche), 590 Euro. Das Sitzungsgeld beläuft sich auf 50 Euro.

Von einem wahren Ehrenamt kann bei Radio Bremen, der kleinsten ARD-Anstalt, gesprochen werden. Ein Rundfunkratsmitglied erhält 256 Euro - jährlich, die Vorsitzende, Eva-Maria Lemke-Schulte (Stadtgemeinde Bremen) kann um 128 Euro aufstocken. Sitzungsgeld: 41 Euro.

Im Fernsehrat des ZDF wird im Vergleich mit der ARD - siehe WDR oder BR - vergleichsweise bescheiden vergütet. Der Vorsitzende des Gremiums, Ruprecht Polenz (CDU), bekommt wie die Vorsitzenden der Ausschüsse monatlich 1022,58 Euro monatlich. Ein einfaches Mitglied erhält 511,29 Euro. Sitzungsgeld: 51,13 Euro pro Tag zuzüglich Tagegeld von 23,01 Euro.

Wer jemals die Sitzungen der Gremien verfolgt hat, der weiß: Manche Aufwandsentschädigung ist erarbeitet, manche ist ersessen. Es werden keine Leistungsprämien bezahlt, sondern Präsenz vergolten

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