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WDR überarbeitet Wilders-Dokumentation : Verschwörungstheorien über jüdische Weltherrschaft?

Der WDR überarbeitet Doku über den niederländischen Politiker Geert Wilders. Dem Sender wurde vorgeworfen, Verschwörungstheorien über eine jüdische Weltherrschaft Vorschub zu leisten.

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Die Demonstrationen gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders gingen auch nach der Wahl in den Niederlanden weiter.
Die Demonstrationen gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders gingen auch nach der Wahl in den Niederlanden weiter.Foto: dpa

Nach dem Vorwurf, Verschwörungstheorien um Geert Wilders zu verbreiten, hat der WDR eine bereits am 8. März im WDR-Fernsehen ausgestrahlte Sendung über den niederländischen Rechtspopulisten nachträglich überarbeitet. Dafür war die Story „Holland in Not – Wer ist Geert Wilders?“ vorübergehend aus der Mediathek genommen worden.

Der Doku-Film zur Parlamentswahl in den Niederlanden basiert laut „Bildblog“ in Teilen auf einem BBC-Beitrag von 2011, hinzu seien Szenen gekommen, in der der Reporter Joost van der Valk den Politiker auf Wahlkampfveranstaltungen begleitet und mit Anhängern spricht. Kritisiert wurden von „Bildblog“ vor allem Passagen im letzten Drittel der 44-minütigen Dokumentation. Darin finden sich mehrere Hinweise auf die Beziehungen von Wilders zu Israel und auf mögliche Seilschaften zwischen Wilders und jüdischen Geldgebern. Der Film bediene dabei Klischees, die „auch in klassische Verschwörungstheorien zur jüdischen Weltherrschaft passen könnten“, heißt es.

Der Sender hat darauf mit einem Statement am Donnerstag reagiert: "Den Vorwurf, antisemitische Ressentiments zu schüren, weisen wir zurück. Der kritisierte Teil in der Dokumentation stellt die Fakten korrekt dar. Gleichzeitig mussten wir aufgrund einiger Rückmeldungen feststellen, dass diese Passage teilweise einen missverständlichen Eindruck erwecken kann. Wir haben die Kritik ernst genommen und aus diesem Grund entschieden, den Film an dieser Stelle zu bearbeiten."

Eine formale Programmbeschwerde zu dem Film gab es nicht, wie der WDR dem epd mitteilte. Bei der BBC war deswegen damals eine Beschwerde eingegangen, so dass der Sender ankündigte, die Passage nicht mehr ohne angemessene redaktionelle Aufarbeitung zu senden. (mit epd)

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