Wegen Ukraine-Berichterstattung : Russische Website feuert Chefredakteurin

Zehn Jahre lang leitete Galina Timtschenko eines der bekanntesten Nachrichtenportale Russlands. Nun wurde sie überraschend abgesetzt - ihr Nachfolger gilt als Kreml-treu.

Wurde wegen kritischer Berichterstattung gefeuert: Galina Timtschenko, Chefredakteurin des russischen Nachrichtenportals Lenta.ru.
Wurde wegen kritischer Berichterstattung gefeuert: Galina Timtschenko, Chefredakteurin des russischen Nachrichtenportals Lenta.ru.Foto: Lenta.ru

Die Chefredakteurin einer der bekanntesten russischen Nachrichtenseiten ist am Mittwoch wegen der Ukraine-Berichterstattung gefeuert worden. Galina Timtschenko wurde nach zehn Jahren von ihrem Posten bei Lenta.ru abgesetzt, wie die Website mitteilte. Der Eigentümer reagierte mit dem Schritt auf die Beschwerde staatlicher Medienkontrolleure, die Lenta.ru am Morgen die Verbreitung von „Material extremistischer Natur“ vorgeworfen hatten.

Die Website ist bekannt für ihre kritische Putin-Berichterstattung

In der Beschwerde wurde ein Interview mit einem Mitglied der extrem rechten ukrainischen Bewegung Pravi Sektor (Rechter Sektor) zitiert. Auch ein Artikel wurde moniert, in dem Dmytro Jarosch, der Anführer der Bewegung, die maßgeblich am Sturz der Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch beteiligt war, zu Wort kam.

Lenta.ru ist bekannt für die detaillierte Berichterstattung über Gegner von Präsident Wladimir Putin. So widmete sich das Portal ausführlich etwa der Punkband Pussy Riot und Oppositionsführer Alexej Nawalni. Die gefeuerte Chefredakteurin reagierte auf Facebook auf ihre Entlassung: „Das war's jetzt endgültig. Danke, es war sehr interessant“. Ihr Nachfolger kommt von einer Nachrichtenseite, die als Kreml-treu gilt.

Eine Moderatorin von Russia Today kündigte in der Live-Sendung

Erst vergangene Woche hatte eine Moderatorin des Kreml-nahen Fernsehsenders Russia Today die russische Politik in der Ukraine während einer Live-Sendung scharf verurteilt. Eine ihrer Kolleginnen kündigte aus demselben Grund vor laufenden Kameras. Tsp/AFP

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