"Yps" ist wieder da : Das Desaster mit den Urzeitkrebsen

21.10.2012 15:54 Uhrvon
Yps ist wieder da Foto: dapd
Yps ist wieder da - Foto: dapd

Die Zeitschrift "Yps" ist wieder da und lockt als Zugabe mit echten Tierchen. Unser Autor konnte nicht widerstehen - und hat jetzt ein Riesenproblem.

Es sind viele, viele, viele. Überall wuselt es, das Glas ist voll. Ich bräuchte eine ganze verdammte Badewanne, um ihnen Platz zu bieten. Was ist da schief gelaufen? Liebe Yps-Macher: Was soll der Mist?

Ich hatte mich so gefreut über die Rückkehr der Kinderzeitschrift ¨Yps¨. Endlich wieder mittelmäßige Comics mit Gimmick-Zugabe, also dem kleinem Extra zum Spielen oder Experimentieren. Ausgabe eins versprach gleich das beliebteste Yps-Gimmick aller Zeiten: eine Tüte mit winzigen Eiern, die man ins Wasser streut und aus denen dann echte Urzeitkrebse schlüpfen. Wissenschaftlicher Name: Triops. Ziemlich unansehnlich, aber eben tatsächlich lebendig.

Kein Plastik-Quatsch, sondern real.

Schon nach wenigen Tagen ist die Zeitschrift vielerorts ausverkauft, zu kurz gekommene Fans fordern einen Nachdruck, auf Ebay verlangen Händler Wucherpreise. Mit Glück habe ich noch ein Exemplar gefunden, beim Kiosk ganz in der Nähe des Tagesspiegel, hier interessiert sich wohl keiner für 300 Millionen Jahre alte Tierarten. Früher als Kind las ich oft Yps - nur die Ausgaben mit den Urzeitkrebsen durfte ich nie kaufen. Meine Eltern meinten, das sei doch unverantwortlich, echte Lebewesen als Zugabe von Kinder-Zeitschriften zu verscherbeln. So einen Schwachsinn dürfe man nicht unterstützen. Ich dachte immer, meine Eltern hätten recht. Aber schade war's schon.
Jetzt mit 34 habe ich's doch noch getan. Hab' auch niemanden vorher um Erlaubnis gebeten. Einfach einen Glasbehälter mit Wasser gefüllt, ein bisschen Salz dazu gegeben (die Bedienungsanleitung im Yps macht zum erforderlichen Salzgehalt leider widersprüchliche Angaben) und die Eier hinterher...

Nun habe ich ein Riesenproblem. Die Krebse sind geschlüpft - viel zu viele. Noch sind es bloß winzige, zappelnde Pünktchen, doch sie werden wachsen und bis zu zwei Zentimeter groß.
Haben sich die Yps-Redakteure in der Dosierung vertan? Oder haben sie absichtlich viel zu viele Eier beigefügt, um ganz sicher zu gehen, dass bei jedem Leser reichlich Tiere schlüpfen? Gibt es keine Moral mehr im Kinderzeitschriften-Business?

Sie sind zu schnell und zu viele, als dass ich sie jemals alle zählen könnte. Aber wenn ich eine Ecke des Gefäßes fotografiere, auf diesem Standbild sämtliche Krebse summiere und das Ergebnis dann auf das gesamte Gefäß hochrechne, komme ich auf weit mehr als 2000. Es ist ein Albtraum apokalyptischen Ausmaßes!

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