Zeitungsgeschichte : „Bild“ wird Buch

Springer verarbeitet 60 Jahre Massenblatt in einem elf Kilo schweren Buch. Offen bleibt, ob am Samstag tatsächlich alle Haushalte eine Jubiläumsausgabe der "Bild"-Zeitung erhalten.

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Foto: Springer Verlag
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„Bild“ wird es wieder geschafft haben. Das Boulevardblatt aus dem Axel-Springer- Verlag wird mit elf Kilo Liegendgewicht die bislang schwerste Chronik aller deutschen Tageszeitungen vorlegen. Das „Bild-Buch“ hat 748 Seiten und misst 37,2 mal 53 Zentimeter. 60 Jahre Zeitgeschichte werden durch 60 Jahre Zeitungsgeschichte betrachtet. Dafür wurden 718 Titelseiten reproduziert, sie stehen für jeden Monat, in dem „Bild“ seit dem 24. Juni 1952 erschienen ist. Bei der Präsentation am Mittwoch sagte Chefredakteur Kai Diekmann, „Bild ist immer big.“ Er selbst habe aus den mehr als 18 000 Seiten 1 die vorliegende Auswahl getroffen. Darunter sind geniale Schlagzeilen wie jene vom 20. April 2005: „Wir sind Papst“, aber auch solche, von denen der „Bild“-Chef meinte, diese Schlagzeilen würden die Betroffenen als „Schläge“ empfunden haben.

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1 von 12Foto: dapd
02.05.2012 12:24Der Zeitungsverleger Axel Caesar Springer auf einem undatierten Foto. Er starb in Jahr 1985 und wäre am 2. Mai dieses Jahres 100...

Zu den Titelseiten kommen noch Texte von Diekmann, Stefan Aust, Sebastian Turner, Ferdinand von Schirach und Franz Josef Wagner. Gegenüber dem elf Kilo schweren Impetus – „Bild“ ist Macht in Masse – fallen sie nicht ins Gewicht. Das Buch will nicht über „Bild“ reflektieren, es ist ein extrovertiertes Bekenntnis zu dieser Art, erfolgreich Zeitung zu machen.

Publiziert wird das Werk durch den Verlag Taschen, dessen Spezialität sogenannte Coffee Table Books sind, also großformatige, reich bebilderte, repräsentative Bücher. Das „Bild-Buch“ kostet 99,99 Euro, verlangt einen sehr stabilen Coffee Table und vom Käufer ordentlich Kraft beim Nachhausetragen. Verleger Benedikt Taschen sagte, ihm gefalle an der Publikation die Trias aus „Weiß wie Weste, Schwarz wie Druckerschwärze und Rot wie Blut.“ Sondereditionen gibt es von 1952 (!) Euro an aufwärts. Bedeckt gaben sich die „Bild“-Verantwortlichen bei der Frage, ob am Samstag alle Haushalte in Deutschland mit einer „Bild“ versorgt würden. Vorhersage: Das wird passieren, alles andere wäre eine Niederlage für „Bild“.

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