Zu meinem ÄRGER : Wer finanziert Pegida?

David Schraven ärgert über den Pegida-Fokus auf Dresden und freut sich über das Satiremagazin "extra 3"

David Schraven, 44, ist Chefredakteur des gemeinnützigen Recherchebüros Correctiv
David Schraven, 44, ist Chefredakteur des gemeinnützigen Recherchebüros CorrectivFoto: Promo

Herr Schraven, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Am meisten habe ich mich über die allgemeine Pegida-Berichterstattung geärgert. Sie war in meinen Augen zu oft auf die Ereignisse in Dresden fokussiert und hat sich zu selten mit der Flächenwirkung beschäftigt. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass das Phänomen der rechten Intoleranz-Proteste sehr stark auf Dresden beschränkt ist. Die Versuche, die Intoleranz auf andere Kommunen zu übertragen, scheitert reihenweise. Die Frage, die nicht gestellt wurde, die ich aber gerne beantwortet hätte: Wer finanziert Pegida in Dresden? Warum ist Pediga stark in Dresden? Wer verdient an Pegida?

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über die Pegida-Berichterstattung in der Sendung „extra 3“ in der ARD. Es ist eine prima Idee, der rechten Intoleranz mit Humor und bösen Witzen zu begegnen. Je mehr diese Veranstaltung ins Lächerliche gezogen wird, desto deutlicher werden die Proteste auf Dresden beschränkt. Schade ist das natürlich für die unbeteiligten Menschen, die in Dresden wohnen. Die können sich dann nicht mehr in anderen Städten blicken zu lassen, ohne dass sie ausgelacht werden. Aber damit müssen sie eben leben.

Welche Homepage können Sie denn empfehlen?

Am besten gefällt mir die Seite http://guantanamodiary.com. Sie vereint neuartige Erzählweisen in ungeahnter Weise mit Relevanz. So wird emotionale Tiefe erzeugt und gleichzeitig in außergewöhnlicher Brillanz die Brutalität eines menschenverachtenden Gefängnissystems entlarvt. Diese Seite wird Vorbild sein für viele neue Projekte.

David Schraven, 44, ist Chefredakteur des gemeinnützigen Recherchebüros

Correctiv.

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