Zu meinem ÄRGER : „Zwangsabgabe“, schon wieder

Mehr Sachlichkeit: Die Medien-Woche im Blick von Lutz Carstens, Chefredakteur von TV Spielfilm.

Lutz Carstens
Lutz CarstensFoto: Promo

Herr Carstens, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Schon wieder ging’s um die „Zwangsabgabe“, und wie so häufig, taucht sie leichtfertig und reißerisch in Überschriften und Vorspännen auf. Kaum war der Beifall der lauten Campagneros gegen den Rundfunkbeitrag nach dem fragwürdigen Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums vorüber, wurde schnell wieder das „Werbeverbot für ARD und ZDF!“ aus der Schublade gezogen. Ich wünsche mir in der Diskussion um den Wert unseres öffentlich finanzierten Rundfunks endlich Sachlichkeit und mehr noch Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

In bewegten Zeiten wie diesen können kleine Meldungen große Freude bereiten: Auf der „Rangliste der Pressefreiheit 2015“ hat Deutschland sich um zwei Plätze auf Rang 12 verbessert, während andere europäische Staaten deutlich abrutschten. Wir dürfen stolz sein auf unseren Berufsstand, unsere Medienlandschaft und unsere Unabhängigkeit.

Welche Webseite können Sie empfehlen?

Tilo Jung ist klasse. Er hat mit „Jung & Naiv - Politik für Desinteressierte“ ein Format erfunden, das als Interviewreihe hochrangigen Persönlichkeiten unverblümte, eben „naive“ Fragen stellt und damit immer wieder verblüffend offene, teils entlarvende Antworten provoziert. „Jung & Naiv“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie man trotz geringer Mittel mit aktuellen Themen und hohem persönlichen Einsatz gleichzeitig in Web, Print und TV relevante Inhalte vermittelt. Wir Zuschauer werden dabei durch Crowdsourcing und crossmediale Diskussionen aktiv eingebunden.

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