Zum 75. Geburtstag : Götz George spielt seinen Vater Heinrich George

Die ARD feiert Götz George. Am 23. Juli wird der Schauspielkünstler 75. Am Tag darauf gibt's George im Mehrfachpack. Zuerst als "Schimanski". Im Anschluss spielt er seinen Vater Heinrich George. Titel des Doku-Dramas: "George".

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Vater und Sohn. Heinrich George (links) und Götz George. Foto: dpa
Vater und Sohn. Heinrich George (links) und Götz George. Foto: dpaFoto: dpa

Es muss schon ein Götz George sein, dass die ARD sich derart ins Zeug legt. Der Schauspielkünstler feiert am 23. Juli seinen 75. Geburtstag. Am Tag darauf räumt das Erste den Fernsehabend von 20 Uhr 15 an für George frei. Zunächst können ihn die Zuschauer in seiner populärsten Rolle sehen, als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski. Wiederholt wird die Folge „Schuld und Sühne“ von 2011. Laut ARD-Mitteilung ist der Film „Versprechen und Vorgeschmack“ für den neuen „Schimanski“, den der Schauspieler gerade in Duisburg dreht und der voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt wird.

Um 21 Uhr 45 gibt es eine sehr besondere Premiere, das Dokudrama „George“. Götz George verkörpert darin seinen Vater, den Schauspieler Heinrich George. Diese künstlerisch so faszinierende Gestalt ist umstritten. In den 20er Jahren wurde er gefeiert als „König im Reich der Phantasie“, auf der Bühne war er „Götz von Berlichingen“, im Film wirkte er in Fritz Langs „Metropolis“ ebenso mit wie als Franz Biberkopf in der Verfilmung von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Heinrich George wollte spielen, selbst wenn der Preis so hoch war, dass er sich während der NS-Diktatur tief mit dem Regime eingelassen hat. Der „unpolitische Künstler“ ließ sich benutzen, wie die Nazis ihn benutzten. Ein Pakt zum Gewinn auf beiden Seiten. Dafür wurde er vom sowjetischen Geheimdienst NKWD nach Kriegsende verhaftet. Mit 52 Jahren starb Heinrich George in Sachsenhausen. Sein Sohn Götz war sechs Jahre, als er den Vater zum letzten Mal am Lagertor sah.

Götz George hat nie aufgehört, seinen Vater zu verteidigen, und es wird sehr interessant zu sehen sein, wie der Sohn den Vater im teamworx-Dokudrama spielt – und interpretiert. Das Fernsehstück ist glänzend besetzt, Muriel Baumeister agiert als Heinrich Georges Frau, die Schauspielerin Berta Drews, Martin Wuttke als NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, weiter sind Samuel Finzi und Hanns Zischler dabei. „George“, am 24. Juli im Ersten.

Joachim Huber

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