Zweite Staffel von"The Blacklist" : Bluthunde

James Spader will auch in der zweiten Staffel der US-Thriller-Serie „The Blacklist“ nicht geliebt werden. Dafür heizt er gleich zu Beginn auf einem Jeep durch den Dschungel.

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Jetzt wird der Ex-Agent persönlich. Eine wichtige Person aus Raymond „Red“ Reddingtons (James Spader) Vergangenheit tritt wieder in sein Leben.
Jetzt wird der Ex-Agent persönlich. Eine wichtige Person aus Raymond „Red“ Reddingtons (James Spader) Vergangenheit tritt wieder...Foto: Eric Liebowitz/NBC

Ein bisschen Terrorverdacht und Vaterlandsverrat hier, ein bisschen Echtzeit-Thriller-Gefühl dort, die Macher der US-Serie „Blacklist“ haben ein gutes Gespür für die seriellen Thriller-Themen der vergangenen Dekaden. In der Tat, wer „Homeland“ und „24“ mag, wird irgendwie auch bei „The Blacklist“ auf seine Kosten kommen. Oder seinen großartigen, großkotzigen Hauptdarsteller verehren – James Spader als abtrünniger, leicht versnobter Ex-Agent, der Terroristen, korrupte Politiker und andere Verbrecher cool gegen Bares ans FBI liefert. Dazu später mehr.

Fast alle Hauptfiguren von „The Blacklist“ sind noch schwer angeschlagen vom Finale der ersten Staffel, zu sehen bereits vor gut einem Jahr auf RTL. Elizabeth Keen (Megan Boone) hat immer noch Angst vor ihrem Ehemann, dem Hochstapler Tom, und dessen Hintermännern. Technikspezialist Aram (Amir Arison) trauert um eine erschossene Kollegin, und Harold Cooper (Harry Lennix) will den Dienst beim FBI quittieren.

Kein Wunder bei all dem Blut, was alleine wieder in der ersten Folge der neuen Staffel fließt, eine krude Story aus Data Mining, Rebellion in Dritte-Welt-Staaten und persönlicher Paranoia. Mittendrin, immer entspannt, immer gut gelaunt: Raymond „Red“ Reddington alias James Spader, der bei seinen Enthüllungen auch eigene, meist hochgradig illegale Absichten verfolgt, auf FBI-Kosten in Luxushotels wohnt, hier am Anfang aber gleich mal in einem Jeep voller Kindersoldaten durch den Dschungel Kameruns heizt und dabei von äußerst schießwütigen Soldaten gejagt wird.

Die Serie wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet

Eine der Schwächen von „The Blacklist“ ist, dass in dieser Serie mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden (ähnlich wie in „Homeland“). Warum Reddington nach Afrika machen muss, um den Namen des US-Kopfgeldjägers „Lord Baltimore“ zu erfahren, der es auf Reddington abgesehen haben soll, bleibt ein Geheimnis. Später schnappt sich Baltimores Boss, ein gewisser Berlin (Peter Stromare), Reddingtons Ex-Frau. Immerhin, die Autoren zeigen sich auf der Höhe der Zeit und streuen zwischen Reddingtons temporeichen, privaten Feldzug die eine oder andere Meinung zum Thema NSA, Datenschutz und Google ein. Dazu kommt der Fall der Computerspezialistin Rowan Mills (Krysten Ritter), die unter einer „dissoziativen Identitätsstörung“ leidet. Sie heißt eigentlich Nora, wurde als Kind von Verwandten sexuell missbraucht und brachte ihre Zwillingsschwester Rowan um, woraus sich ihre Krankheit entwickelte. Die Identität ihrer Schwester konnte sie annehmen, nachdem diese im Irakkrieg vermisst galt. Was war mit Reddingtons Ex-Frau?

Egal, wer bis hierher drangeblieben ist, tut das wegen James Spader („Sex, Lügen und Video“). Bei diesem kalt lächelnden Reddington weiß man nie, ob die Figur nicht doch auch von ihrem Darsteller karikiert wird. Spader soll schlechte Augen haben und keine Kontaktlinsen tragen können. Deshalb habe er nach eigener Aussage bei Rollen, in denen er seine Brille nicht tragen kann, Probleme, während des Drehens Gesichter der Schauspieler zu erkennen. Stellt sich bei „The Blacklist“ die Frage, ob Spader beim Drehbuchlesen stets die Brille aufhatte.

„The Blacklist“, RTL, Dienstag, 22 neue Folgen, 21 Uhr 15

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