Meinung : Bonus für Bankräuber

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Wer an der Medizinischen Universität Wien studieren will, muss den Zulassungstest bestehen. Jetzt ist herausgekommen, dass es bei dem Test Bonuspunkte für Frauen gibt. Das ist wirklich nur durch Zufall bekannt geworden, die Uni hat es nicht an die große Glocke gehängt. Ein abgelehnter Student klagt dagegen. Mit seinem Testergebnis hätte er locker bestanden, wenn er eine Frau wäre oder sich verkleidet hätte, wie Dustin Hoffman in „Tootsie“. Sein Anwalt behauptet, dass niemand wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden dürfe. Dies gelte seiner Ansicht nach in gewisser Weise auch für Männer. Die Genderbeauftragte hat sinngemäß erklären lassen, da irre sich der Anwalt aber sehr. Bei den früheren Tests hätten Frauen nun mal im Durchschnitt schlechter abgeschnitten als Männer. Dies könne nur an den „Verhaltensmustern und Strukturen in der Gesellschaft“ liegen. Deswegen werden neue Verhaltensmuster geschaffen, in Form von Bonuspunkten.

Die Diskussion über die Quotenregelung ist eigentlich schon von gestern. Das neue Thema heißt „Affirmative Action“. Darunter ist zu verstehen, dass diskriminierte Gruppen bevorzugt werden. Sie müssen, um irgendwas zu werden, nicht das Gleiche bringen wie die anderen. Im Staat Michigan, USA, hat in der vergangenen Woche das höchste Gericht diese Praxis ausdrücklich erlaubt. Vorher war dort die „Affirmative Action“ sogar in einer Volksabstimmung abgelehnt worden, aber das Gericht hat beschlossen, dass sich das Volk geirrt hat. Das klingt einfach. Es scheint aber doch komplizierter zu werden, als man denkt.

In Texas klagt jetzt eine Frau, die einen Studienplatz nicht bekommen hat, den sie ganz leicht bekommen hätte, wenn sie schwarz wäre. Das Gericht muss herausfinden, ob man als weiße Frau oder als schwarzer Mann in Texas stärker diskriminiert wird. Da gibt es überhaupt noch keine Kriterien, um das zu messen. Was macht man da, eine Meinungsumfrage unter Rassisten?

Und es gibt ja auch noch andere diskriminierte Gruppen. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass die Latinos, die Asiaten oder die Muslime sich das einfach so tatenlos angucken, wie die Frauen und die Afroamerikaner die Medizin-Studienplätze in aller Ruhe unter sich aufteilen.

Letzten Endes läuft es wohl auf so etwas Ähnliches wie das deutsche Steuersystem hinaus, das ja ebenfalls so lange immer gerechter geworden ist, bis es so kompliziert war, dass es keiner mehr verstanden hat, dann war Ruhe. Und Männerrechtler weisen darauf hin, dass wegen der Verhaltensmuster in der Gesellschaft viel weniger Frauen im Gefängnis sitzen, deswegen müssten Frauen in Zukunft für Ladendiebstahl grundsätzlich lebenslänglich kriegen, männliche Bankräuber dagegen Bonuspunkte.

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