Flughafen BER : Einsichtig

Es war sicher nicht die letzte Regierungserklärung von Klaus Wowereit zum Flughafen. Aber wenigstens zeigt er, dass er etwas gelernt hat.

Gerd Appenzeller

Diese zweite Regierungserklärung Klaus Wowereits zum Flughafendesaster wird nicht die letzte zu diesem Thema gewesen sein. Mit dieser Feststellung soll nicht geunkt werden, die jüngste Verschiebung des Starttermins sei vermutlich auch nicht die allerletzte gewesen. Nein, der Regierende Bürgermeister scheint endlich verstanden zu haben, dass er nur mit Ernsthaftigkeit langsam das zerstörte Vertrauen in die politische Kompetenz seines Senates wiederherstellen kann. Wie sehr es ihm unter die Haut geht, dass er ganz persönlich verantwortlich gemacht wird für den ruinierten Ruf der Stadt, zeigte die Aggressivität, mit der er auf Zwischenrufe des Grünen-Abgeordneten Jochen Esser reagierte. Der gehört zwar zweifellos zu denen, die beim Thema Flughafen die von Wowereit zitierte Lust am Scheitern ausleben. Aber der Regierungschef muss endlich lernen, dass ihm solche Zornesausbrüche keine Punkte bringen. Sachlich bleiben – nur das hilft. Erklären, dass nicht alles nur Pannen waren, weil zum Beispiel alleine das um 40 Prozent gestiegene Passagieraufkommen teure Umplanungen nötig machte. Und demütig – das wird ihm am schwersten fallen – einsehen, dass viele Fehler hausgemacht waren. apz

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