Irak am Abgrund : Es droht die nächste Katastrophe

Die Eroberung der nordirakischen Stadt Mossul durch Terroristen ist wohl nur der Vorbote einer weit größeren Katastrophe, meint Sidney Gennies. Die Sicherheitspolitik in der Region muss überdacht werden.

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Irakische Familien flüchten vor der Gewalt in der Provinz Nineveh.
Irakische Familien flüchten vor der Gewalt in der Provinz Nineveh.Foto: AFP

Es ist der bisher größte Coup der Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis). Die Eroberung der Provinzhauptstadt Mossul im Nordirak – mit fast drei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt und Handelszentrum des Landes – ist für die Bewohner und Hunderttausende auf der Flucht eine Katastrophe. Sie ist aber wohl nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen kann. Die Staatengemeinschaft hatte sich entschlossen, nicht direkt in den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien einzugreifen – und dadurch ein Machtvakuum entstehen lassen, in dem terroristische Gruppen wie Isis erstarken konnten.

USA haben Vakuum in Irak hinterlassen

Auch die USA haben mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak ein Vakuum hinterlassen, das die Regierung von Premierminister Nouri al-Maliki nicht füllen kann. Schlimmer noch: Die Amerikaner lieferten Waffen an die unzureichend ausgebildeten Regierungstruppen. Waffen, die nun in den Händen der Terroristen sind. Al-Maliki hat internationale Hilfe angefordert. Sie sollte ihm nicht verwehrt werden. Die Türkei jedenfalls würde einen Terrorstaat an ihrer Südgrenze kaum dulden. Dann droht dem Irak eine erneute Besetzung. Die nächste Katastrophe.

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