Kommentar zum BER-Eröffnungstermin : Nicht schon wieder!

Inzwischen leidet der Flughafen nicht mehr an einem Mangel an Rettungsideen, sondern an einem Überfluss. Das verunsichert Unternehmen wie Bürger. Hartmut Mehdorn muss beweisen, dass einer der vielen Wege, die er vorgeschlagen hat, auch wirklich gangbar ist.

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Ideen zu haben, ist ja schön. Davon gibt’s für den BER-Flughafen inzwischen reichlich: Man könnte den Flughafen in Teilen vorzeitig in Betrieb nehmen, die Züge schon einmal zum Terminalbahnhof fahren lassen oder Tegel dauerhaft weiterbetreiben. Nie hat Flughafenchef Hartmut Mehdorn bisher aber gesagt, wie sich diese Vorstellungen praktisch umsetzen lassen. Dafür verunsichert er Fluggesellschaften, Mieter am Flughafen, Verkehrsunternehmen und auch die Passagiere, weil alle nun erst recht nicht wissen, auf was sie sich einstellen sollen. Purer Aktionismus hilft nicht weiter, her muss ein Konzept, bei dem sich alle sicher sein können, dass es auch verwirklicht werden kann. Wenn man dafür bis zum Herbst braucht, sollte man vorher die Klappe nicht so weit aufreißen. Vielleicht erinnert sich Mehdorn bis dahin auch an seine Zeit als Bahn-Chef. Auch beim Hauptbahnhof hatte er an eine Teileröffnung gedacht, falls Berlin den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2000 erhalten hätte – mit nur zwei befahrenen Gleisen im Tiefgeschoss, wo es acht gibt. Ganz oder gar nicht, hatte ihm die Aufsichtsbehörde damals jedoch klargemacht. Das kann ihm am BER auch wieder passieren.

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