Nach zehn Jahren im Amt : Wowereits Regierungserklärung war routiniert ehrgeizlos
13.01.2012 00:00 Uhr
Bei manchen Passagen seiner Regierungserklärung hörte sich Klaus Wowereit an, als langweile ihn der eigene Text. Wahrscheinlich hat er sich gefragt, warum manches nicht längst erledigt ist – schließlich regiert Wowereit seit mehr als zehn Jahren. Nun also will er eine starke Wirtschaft, „gute“ Arbeit und sozialen Zusammenhalt. Und wie das hier so üblich ist, erkannte Wowereit Berlin erst mal als die Stadt, die es „schwerer als andere“ habe, in der es vor allem wirtschaftlich „Nachholbedarf“ gibt. Wohl wahr. Wenn einer seit zehn Jahren regiert, dann muss er die Rhetorik des stets Zurückgesetzten und Minderbemittelten pflegen, sonst fragen die Leute, warum das immer noch so ist.
Was bleibt, ist der Eindruck eines Regierenden Bürgermeisters, der sein spannendes und, wie er zu Recht sagt, auch wildes Berlin jetzt erst mal wieder repräsentieren wird. Wenn es ein Muster in Wowereits Regierungsstil gibt, dann ist es der Wechsel von Regieren und Präsidieren – wobei Letzteres durchaus mal länger dauern kann. Als Berlin-Repräsentant ist er bekannt, prominent und beliebt geworden. Doch je länger er regiert, desto mehr fällt auf, dass dieser Sozialdemokrat nicht wirklich eine Mission hat.














