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PORTRÄT PRINZ VON SACHSEN KRITIKER DER OSTDEUTSCHEN: : „Ruppig und unfreundlich“

27.07.2012 00:00 UhrVon Ralf Hübner
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Foto: dpa - Foto: dpa

Eigentlich ist Prinz Alexander von Sachsen mehr von der ruhigen Sorte. Nun aber ist der Urenkel des letzten regierenden sächsischen Königs Friedrich August III. aus ungeklärten Gründen ausfallend geworden. Die Ostdeutschen hätten keine Etikette und seien undankbar, grantelte der 59-Jährige in der „Zeit“. Zudem beherrschten sie fast keine Fremdsprachen. „Wie soll da eine weltoffene, einladende Umgangsart erlernt werden?“ Der Aufbaugeist der Nachwendejahre sei weg. Es würden nur noch Ansprüche gestellt. Das gelte auch für die Politik. „Da gibt es eine gewisse Überheblichkeit und den Glauben, man wisse selbst alles am besten.“

Pikant ist der Ausfall deshalb, weil der Prinz bis vor nicht allzu langer Zeit selbst zur „Politik“ zählte.

Von 2003 bist 2008 stand er zunächst als Ansiedlungsbeauftragter, später als Berater des damaligen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) im Dienst des Freistaates. Als solcher habe er „vielfältige wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Kontakte“ vor allem im romanischen Sprachraum angebahnt, hieß es 2007 auf eine Landtagsanfrage. Als Milbradt 2008 seinen Hut nahm, war auch die Zeit des Prinzen abgelaufen.

Geboren wurde Prinz Alexander 1953 in München. Er wuchs vor allem in Mexiko auf und wurde Unternehmer. 1978 übernahm er die Logistikfirma seines Vaters. Nachdem ihn sein Onkel, der unlängst verstorbene Chef des Wettinerclans, Maria Emanuel Markgraf von Meissen, adoptiert und zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, siedelte der Blaublüter mit seiner Frau, einer geborenen Prinzessin von Bayern, und drei Söhnen 1998 von Mexiko nach Dresden über. Eine weitere Tochter kam dort zur Welt.

In der sächsischen Landeshauptstadt engagierten sich Prinz und Prinzessin in kulturellen Dingen und waren Gäste des Semperopernballs. Ins Ministerium sei er mit der Straßenbahn gefahren, hatte Prinz Alexander einmal erzählt. Er habe sich immer gefreut, dabei mit den Dresdnern ins Gespräch zu kommen. Es sei so interessant, deren Geschichten zu hören.

2009 kehrte er den Dresdnern den Rücken und ging nach Südamerika zurück. Nach eigenem Bekunden wollte er dort Photovoltaiktechnik aus Sachsen an den Mann bringen und in eigenem Auftrag weiter für den Freistaat werben. Er habe „absolut ein Sachsen-Gen“, bekannte er zum Abschied. Einer Rückkehr nach Sachsen stehe er offen gegenüber, sagte er im Interview. Ralf Hübner

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