Stasi-Museum und Luxemburg/Liebknecht : Freiheitsgedanken und Kapitalismuskritik

Am Samstag ins Stasi-Museum, am Sonntag zu Rosa und Karl ans Grab. Auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR lässt uns die Vergangenheit nicht los.

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Am 15. Januar 1919 wurden die beiden Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet. Die Linken-Vorsitzenden Klaus Ernst und Gesine Lötzsch stehen bei der Gedenkfeier am Sonntag vor dem Denkstein.Alle Bilder anzeigen
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15.01.2012 19:46Am 15. Januar 1919 wurden die beiden Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet. Die Linken-Vorsitzenden Klaus Ernst...

Richtig alt ist Berlin ja nicht, aber randvoll mit Geschichte – und zudem voller Leute, die damit etwas anzufangen wissen. Einige tausend sind am Samstag zum „Bürgertag“ in die Ruschestraße gekommen, um das neu eingerichtete Stasi-Museum in Augenschein zu nehmen. Erich Mielkes kunstlederne Casino-Sesselchen geben genauso einen Eindruck vom Selbstverständnis der kleinbürgerlich-großen Männer des SED-Regimes wie das einen ganzen Straßenblock füllende Gebäude-Sortiment der Staatssicherheit.

Und die Leute wollten es sehen, um es zu begreifen, wenigstens im Nachhinein, Alte, Familienväter mit Kindern, Junge. Wieder ein paar Tausend, die sich am freien Samstag über Demokratie und Freiheit Gedanken gemacht haben und darüber, wie man Menschen um beides bringt.

Sanierter Dienstsitz: Hier arbeitete Stasi-Chef Mielke
Die ehemalige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße wurde für elf Millionen Euro saniert.Weitere Bilder anzeigen
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12.01.2012 10:55Die ehemalige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße wurde für elf Millionen Euro saniert.

Tags darauf: Abermals Tausende unterwegs, andere, aber auch in sozusagen historischer Mission. Auf dem Sozialistenfriedhof in Friedrichsfelde trifft sich alles, was an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht glaubt und daran, dass man Gerechtigkeit herbeiregieren kann. Längst ist das von der Linken organisierte Gedenkritual viel mehr als ein Rest DDR, in die Bundesrepublik transportiert – und auch viel mehr als Polit-Nostalgie. Hier tanken die Kapitalismus-Kritiker Kraft für das laufende Jahr.

Der Ort ist gerade zwei Kilometer entfernt vom Stasi-Museum in der Ruschestraße. Berlin-Lichtenberg hat es wirklich in sich.

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