Britische Atompolitik : Am Ende

Mit ihrer Bedenkzeit über das Atomprojekt Hinkley Point C könnte die britische Premierministerin Theresa May der Atomenergie auch auf der Insel den Rest geben. Ein Kommentar.

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"Sie verlassen Hinkley Point C". Ein Warnschild am Zaun des Geländes in Somerset.
"Sie verlassen Hinkley Point C". Ein Warnschild am Zaun des Geländes in Somerset.Foto: Suzanne Plunkett/REUTERS

Wirtschaftlich ist die Atomenergie schon lange tot. Womöglich erledigt die neue britische Premierministerin Theresa May sie nun auch politisch. Einen Tag, nachdem der französische Staatskonzern EDF gegen schwere wirtschaftliche Bedenken entschieden hat, das nach eigener Planung mehr als 21 Milliarden Euro teure Projekt anzugehen, stoppte May es vorübergehend. Sie will das Projekt noch einmal überprüfen. Gemeinsam mit dem chinesischen Staatskonzern CGN will EDF in Hinkley Point zwei neue Druckwasserreaktoren bauen. Die bisher zwei Versuche, diesen Anlagentyp in Finnland und Frankreich zu bauen, waren ein wirtschaftliches Desaster. Vor zwei Wochen hat der britische Rechnungshof denn auch vorgerechnet, dass die Kosten für die britischen Steuerzahler auf gut 35 Milliarden Euro anwachsen könnten. Noch mehr Bedenken scheint May aber zu haben, weil China mit dem Einstieg in die britische Atomenergie Zugriff auf eine strategisch wichtige Infrastruktur erhalten könnte. Das sture Festhalten der Briten an der Atomenergie ist ohnehin nur noch militärisch zu erklären – damit das Plutonium für die Atomwaffen nicht ausgeht.

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