• Bürgerkrieg im Nahen Osten: DRK-Chef Seiters: Deutschland muss mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen

Bürgerkrieg im Nahen Osten : DRK-Chef Seiters: Deutschland muss mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen

Mehr als 11,5 Millionen Syrer sind auf der Flucht - es ist eine der größten humanitären Katastrophen seit Jahrzehnten. Das Deutsche Rote Kreuz fordert nun, dass Deutschland mehr Menschen aufnehmen müsse.

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Ein syrisches Flüchtlingskind in einem türkischen Auffanglager.
Ein syrisches Flüchtlingskind in einem türkischen Auffanglager.Foto: Ulas Yunus Tosun/dpa

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat die Bundesregierung aufgefordert, das Kontingent für Syrien-Flüchtlinge aufzustocken. Deutschland engagiere sich bei der Aufnahme von Schutzsuchenden aus dem Bürgerkriegsland zwar stärker als die meisten anderen europäischen Staaten, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters dem Tagesspiegel. "Jedoch ist das bisher beschlossene Kontingent für 20.000 Flüchtlinge inzwischen weitgehend ausgeschöpft. Deshalb appelliere ich an die Bundesregierung, weitere Hilfen zur Verfügung zu stellen und europäische Solidarität verstärkt einzufordern."

Das DRK dringt zudem auf eine schnellere und leichtere Integration der Syrer. Dafür ist nach Ansicht von Seiters eine möglichst rasche Anerkennung als Flüchtlinge und mehr Unterstützung bei der Familienzusammenführung notwendig.

"In den DRK-Beratungsstellen ist gegenwärtig die Betreuung von in Deutschland lebenden Syrern ein Schwerpunkt. Tausende wollen Verwandte nachholen und für sie sorgen. In ganz vielen Fällen wird dies allerdings durch unzumutbar lange Wartezeiten im Visumverfahren erschwert", bemängelte Seiters.

Er forderte deshalb: "Die bürokratischen Hürden für den Familiennachzug müssen unbedingt abgebaut werden." Denn für die Betroffenen sei es oft sehr schwierig, unter den kriegsähnlichen Zuständen alle für die Einreise erforderlichen Dokumente in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik überprüfen zu lassen.

Der Konflikt in Syrien, der auch die Nachbarstaaten in Mitleidenschaft zieht, gilt als eine der größten humanitären Katastrophen seit Jahrzehnten. Mehr als 11,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

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