Bundeswehr : Vernetzte Kämpfer

Modernste Technik für den Krieg. Bei der Bundeswehr gibt es jetzt das System Gladius - Militärexperten bezeichnen es als einzigartig.

Volker Schubert
Alles im Blick: Ein Bundeswehrsoldat mit dem neuen System"Gladius".
Alles im Blick: Ein Bundeswehrsoldat mit dem neuen System"Gladius".Foto: Volker Schubert

Berlin - Für deutsche Infanteriekräfte ist die Vision vom universellen Kämpfer jetzt Gegenwart. Zu Beginn des Jahrhunderts als Forschungsprojekt „Infanterist der Zukunft“ initiiert, verfügt das Deutsche Heer jetzt über 60 weitere Infanteriegruppensysteme der Sonderausstattung „Gladius“. Unter dem Label des römischen Kurzschwerts realisiert die Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall ein Auftragsvolumen von 84 Millionen Euro. Mit Auslieferung der neuartigen Kampfsysteme bis Mitte 2013, wird die Bundeswehr dann insgesamt 900 Soldaten ausstatten können. Gladuis, das von Militärexperten als weltweit einzigartig bezeichnet wird, verkörpert eine vollkommene Neuentwicklung auf dem Gebiet zukunftsgerichteter Infanterieausrüstungen.

„Mit Gladius ist es erstmals gelungen, modulare Bekleidungs-, Schutz- und Tragesysteme, schlagkräftige wie präzise Infanteriewaffen, optronische Aufklärungstechnik und modernste Informations- und Kommunikationssysteme zu einem generischen Gesamtsystem zu vereinen“, sagte Heeresinspekteur, Generalleutnant Bruno Kasdorf, dem Tagesspiegel. Die außergewöhnliche Kombination aus Ergonomie, Gewichtsreduzierungen und Miniaturisierung sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Gladius, für die zehn Soldaten zählende Infanteriegruppe ausgelegt, soll die Sicherheit des einzelnen Kämpfers und die Durchsetzungsfähigkeit der Gruppe im Einsatz signifikant erhöhen.

Die Stärken des Kampfsystems liegen in der vernetzten Operationsführung. Jeder Soldat verfügt neben dem Gruppenfunk über ein Helmdisplay. Vor das Auge geklappt, spielt das Okular einsatzrelevante Minisymbole in die reale Umwelt ein. Der Infanterist erkennt darin seine GPS-Position, die seiner Kameraden und potentiellen Feind. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle erlaubt es zudem eigene Beobachtungen mit einem Joystick-ähnlichen Bediengerät in das Gruppensystem einzuspeisen. Gleich ob asymmetrischer Feind oder konventionelles Gefecht, von Gladius verspricht sich Heeresgeneral Kasdorf zukünftig „überlegene Führungsfähigkeit und hohe Wirksamkeit im Einsatz“.  

0 Kommentare

Neuester Kommentar