Casdorffs Agenda : Wladimir Putin, seine Mutter und das Kriegsende

27 Millionen Sowjetbürger starben im Zweiten Weltkrieg. Aber: "Sie empfanden keinen Hass gegenüber dem Feind." Das schreibt der russische Präsident Wladimir Putin und erinnert an Worte seiner Mutter.

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Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.Foto: TSP

Heute ist der 8. Mai. Wir wollen einen Moment innehalten. Uns verneigen vor 50 Millionen Toten. Und uns dabei daran erinnern, wer den größten Blutzoll entrichtet hat: 27 Millionen Sowjetbürger starben im Zweiten Weltkrieg. Es gab keine einzige Familie, in der nicht jemand gefallen ist. Das schreibt jetzt der russische Präsident Wladimir Putin auf der Website "Russkij Pioner". Und: "Sie empfanden keinen Hass gegenüber dem Feind."

Nicht nur Putin wundert das. Aber wie sagte seine Mutter: "Was will man denn von diesen Leuten? Sie waren fleißige Arbeiter wie wir auch. Man hat sie einfach an die Front getrieben." Und Putin schreibt: "Von Kindheit an erinnere ich mich an diese Worte."

Ja, er ist ein Kind des KGB. Ausgebildet als kalter Krieger. Putin weiß, wie man Legenden erfindet. Aber die Worte der Mutter sollten wir einfach stehen lassen. Heute ist der 8. Mai. Die Botschaft des Tages lautet: nie wieder Hass.

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