Die deutsche Umweltministerin zum neuen Klimaabkommen : "Die Industrieländer müssen Verantwortung übernehmen"

Nach dem Abkommen geht es mit dem Klimaschutz erst richtig los. Aber zum ersten Mal in der Geschichte sind alle Länder der Erde daran beteiligt.

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Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wenige Minuten nach dem historischen Beschluss des Klimagipfels in Paris mit zwei offensichtlich sehr zufriedenen Mitarbeitern ihrer Pressestelle.
Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wenige Minuten nach dem historischen Beschluss des Klimagipfels in Paris mit...Foto: Susanne Ehlerding


„Erleichtert und auch ein bisschen stolz und auf jeden Fall glücklich“, zeigte sich die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wenige Minuten, nachdem das Klimaabkommen beschlossen wurde. „Ich neige nicht zu großen Worten, aber das ist heute ein historischer Moment. Denn zum ersten Mal haben sich alle Länder verpflichtet, den Klimawandel zu bekämpfen. Wir als Industrieländer haben anerkannt, dass wir eine historische Verantwortung haben. Der müssen wir auch gerecht werden. Wir müssen den Ländern des Südens dabei helfen, den Klimawandel bekämpfen zu können.“ Aber sei absolut neu, dass die Industrieländer und die Schwellenländer und die Länder des Südens sich zusammen sich dazu bekannt haben.

Für Deutschland bedeute das Abkommen, in den Anstrengungen zum Schutz des Klimas voranschreiten zu müssen - „was wir aber auch tun“, sagte Hendricks und verwies auf den beschlossenen Klimaaktionsplan für das Jahr 2020 und Aktionsplan für 2050,der sich in Vorbereitung befinde.

„Für die großen Schwellenländer bedeutet das Abkommen, dass sie „ganz stark in erneuerbare Energien investieren müssen, was ja ganz viele auch schon tun“, sagte die Umweltministerin. In manchen Ländern komme es auch sehr darauf an, dass die Wälder wieder aufgeforstet werden.

"Laurent Fabius ist ein diplomatischer Fuchs"

Wie alle Teilnehmer lobte Hendricks die Verhandlungsführung des französischen Außenministers Laurent Fabius: „Insgesamt war das herausragend. Laurent Fabius war an allen Tagen brillant und ganz zum Schluss hat man gesehen, dass er wirklich ein diplomatischer Fuchs ist“, sagte Hendricks.

Zu Beginn der beschließenden Sitzung hatte Fabius noch einmal das Komitee de Paris eröffnet, ein Gremium, das während der Konferenz als Verhandlungsplattform gegründet wurde. Dann trug der Sekretär der UNO die offensichtlichen Fehler im Vertrag vor, die bei der Übersetzung durch die übermüdeten Mitarbeiter passiert waren.

„Dann hat Fabius das Komitee de Paris geschlossen und sofort die COP eröffnet. Dabei hat er so schnell französisch gesprochen, dass nicht sicher ist, ob die Dolmetscher mitgekommen sind“, beschrieb Hendricks die Situation. Fabius sagte: „Das Dokument, so wie es gerade korrigiert worden ist, liegt jetzt auf dem Tisch. Ich sehe keinen Widerspruch“, und machte es durch Klopfen mit dem Hammer gültig. „Das ist so schnell gegangen, dass auch niemand mehr widersprechen konnte“, sagte Hendricks.

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