DIE METHODEN DER MEINUNGSFORSCHER : 1000 Befragte sind repräsentativ

Die gängigste Umfragemethode ist die per Telefon. Die gewählten Nummern werden per Zufallsgenerator erzeugt, spezielle Verfahren ermöglichen es, auch Haushalte zu erreichen, die nicht im Telefonbuch stehen. Handybesitzer werden bisher nicht erreicht. Die Umfrage muss grundsätzlich an mindestens zwei Tagen durchgeführt werden. So will man sichergehen, Menschen mit verschiedenen Lebensrhythmen zu erreichen. Auch muss von morgens bis abends telefoniert werden. Werden diese Vorgaben eingehalten, gilt eine Anzahl von 1000 Befragten als repräsentativ. Wahlforscher Brettschneider weist darauf hin, dass die Anzahl der tatsächlich Kontaktierten wesentlich höher ist, weil nur ein Drittel bis die Hälfte aller Angerufenen auch bereit ist, an der Umfrage teilzunehmen. Die Interviewer – meist Studenten, die sich mit dem flexiblen, stundenweise bezahlten Job etwas dazuverdienen – sitzen mit Kopfhörer und Mikrofon vor dem Rechner und füllen die Fragebogen aus. Sie dürfen dabei nur die möglichst neutral formulierten Fragen stellen, sie nicht erklären oder Vorschläge machen. Auf die Interviews folgt eine Qualitätskontrolle. Weil neben den Sachthemen von den Befragten auch persönliche Grunddaten wie Geschlecht, Alter und Ausbildung erhoben werden, kann überprüft werden, inwieweit die Stichprobe von der soziodemografischen Zusammensetzung der Grundgesamtheit abweicht. Unschärfen sind durch das „Gesetz der großen Zahl“ in der Regel sehr klein. Treten doch größere Abweichungen auf, wird nachbefragt. Kleinere Fehlgewichtungen werden herausgerechnet. Sind etwa in der befragten Gruppe nur 40 Prozent Frauen, im Bundesdurchschnitt sind es aber 51 Prozent, so werden die entsprechenden Antworten mit dem Faktor 1,25 multipliziert. J.O.

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