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Gewerkschaftsbund-Vorsitzender Reiner Hoffmann : DGB: Regierung muss Leiharbeit begrenzen

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Reiner Hoffmann hat die Bundesregierung aufgefordert, den Einsatz von Leiharbeitern in Betrieben zu begrenzen: "Der massive Missbrauch von Leiharbeit muss eingedämmt werden."

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DGB-Chef Reiner Hoffmann fordert die Regierung auf, die Leiharbeit zu begrenzen.
DGB-Chef Reiner Hoffmann fordert die Regierung auf, die Leiharbeit zu begrenzen.Foto: Mike Wolff

Das sagte Reiner Hoffmann dem Tagesspiegel. Wenn ein Unternehmen Leiharbeiter einsetze, um Auftragsspitzen abzufedern, habe er nichts dagegen. "Aber wenn Leiharbeit zum Lohndumping genutzt wird, wehren wir uns. Wenn Betriebe 20 Prozent Leiharbeiter oder mehr beschäftigen, stimmt etwas nicht. Wir erwarten, dass der Gesetzgeber das deckelt", forderte Hoffmann.

Der DGB-Chef sprach sich außerdem für ein "neues Humanisierungsprogramm in der Arbeitswelt" aus. "Wir müssen Arbeit wieder so gestalten, dass Arbeitnehmer länger gesund durchs Berufsleben kommen", forderte Hoffmann. In den 70er Jahren sei es darum gegangen, Belastungen durch Lärm, Last und Staub zu reduzieren. "Heute gibt es  andere Belastungsfaktoren. Arbeitszeiten sind zu starr, Wissen veraltet schneller, wir müssen Belastungen durch Stress verringern", sagte der DGB-Chef. Von der Bundesregierung erwarte er, dass sie arbeitswissenschaftliche Forschungs- und Aktionsprogramme auflege. "Kleine und mittlere Betriebe bekommen so einen Wandel nicht alleine gestemmt, sie brauchen Hilfe", sagte Hoffmann.

DGB-Chef lobt die Kanzlerin

Hoffmann lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Haltung gegenüber den Gewerkschaften. "Frau Merkel weiß, welchen Stellenwert Gewerkschaften in diesem Land haben. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sie ihre Position komplett verändert, von der gewerkschaftsfeindlichen CDU-Programmatik des Leipziger Parteitags 2003 ist nichts übrig geblieben", sagte er im Interview mit dem "Tagesspiegel am Sonntag". Die Kanzlerin sei "sehr unprätentiös, es ist angenehm, mit ihr zu reden", sagte Hoffmann. "Dabei muss man eines wissen: Wenn sie etwas wirklich nicht gut findet, dann sagt sie: Das ist ja eine interessante Idee."

Lesen Sie das ganze Interview in der Printausgabe des Tagesspiegels am Sonntag oder heute ab 19.30 Uhr im Tagesspiegel-E-Paper.

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