Jahrestag des Terrors von Paris : Ausnahmezustand in Frankreich wird wohl verlängert

Frankreich gedenkt der Terroropfer vom 13. November 2015. Präsident Hollande enthüllt eine Gedenktafel am Stade de France.

Gedenken an die Opfer des Terrors von Paris: Präsident Holland (Mitte) am Stade de France
Gedenken an die Opfer des Terrors von Paris: Präsident Holland (Mitte) am Stade de FranceFoto: AFP/Pool/Philippe Wojazer

Frankreichs Premierminister Manuel Valls geht davon aus, dass der nach den Pariser Terroranschlägen vor einem Jahr verhängte Ausnahmezustand nochmals verlängert wird. Er werde sicherlich noch einige Monate länger in Kraft bleiben, sagte Valls in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des britischen Rundfunks BBC.

„Es ist zu diesem Zeitpunkt schwierig, den Ausnahmezustand zu beenden, vor allem weil wir in wenigen Wochen einen Präsidentschaftswahlkampf beginnen werden, wo es öffentliche Kundgebungen geben wird“, sagte der Regierungschef. „Wir müssen auch unsere Demokratie beschützen.“

Der Ausnahmezustand war mehrfach verlängert worden und gilt derzeit bis Ende Januar 2017. Er gibt den Behörden teils umstrittene Sonderrechte. So können Hausdurchsuchungen ohne Richterbeschluss angeordnet werden, der Innenminister kann auch Menschen unter Hausarrest stellen.

Am Jahrestag der Pariser Terroranschläge hat Frankreich der Opfer gedacht. Präsident François Hollande enthüllte am Sonntagvormittag eine Gedenktafel vor dem Stade de France im Vorort Saint-Denis, wo sich am 13. November 2015 drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatten. Anschließend begab er sich in Begleitung der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und mehrerer Regierungsmitglieder an die Anschlagsorte im Osten der französischen Hauptstadt, wo Islamisten auf Besucher mehrerer Bars geschossen hatten.

Der Sohn des am Stadion ermordeten Passanten rief dazu auf, der Furcht nicht nachzugeben. Angesichts der Angst „müssen wir alle weiter in aller Freiheit voranschreiten“, sagte er. „Im Bewusstsein der Risiken, ohne jemals denen nachzugeben, die uns terrorisieren wollen.“ Reden Hollandes oder anderer Verantwortlicher waren nicht geplant, in Abstimmung mit Opferverbänden hatten sie sich für ein zurückhaltendes Gedenken entschieden.

Auf den Plaketten stehen jeweils die Namen der Opfer. Insgesamt waren in der Pariser Terrornacht 130 Menschen ermordet worden. Die meisten Opfer forderte der Anschlag dreier schwerbewaffneter Terroristen auf den Konzertsaal „Bataclan“. Die Veranstaltungshalle wurde am Samstagabend nach monatelangen Renovierungsarbeiten mit einem Konzert des britischen Musikers Sting wiedereröffnet. (dpa)

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Paris gedenkt Terroropfer
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